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politische Bildung”

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Seminar: Donar statt Döner – Wie Nazis mit (Vor-) Geschichte Politik machen

02.07.2018 bis 06.07.2018

Nazis mögen Urgeschichte. Diese Liebe hat tiefe ideologische und psychologische Wurzeln, sie ermöglicht überdies fintenreiche Werbefeldzüge in die Mitte der Gesellschaft. In den Seminaren wird ein Überblick zu den modernen Operationsfeldern Living History, Symbole, Pagan Metal und Neuheidentum gegeben. Auf Exkursionen diskutieren wir, wie intensiv um die Deutungshoheit gerungen wird.

 

In der breiten Öffentlichkeit gilt das Thema als unpolitisch. Dies führt dazu, dass staatliche und nichtstaatliche Präventionsorgane gegen Rechts dem Phänomen häufig hilflos gegenüberstehen. Denn wer weiß schon, was am Germanenspaß rechts sein soll. Man ist argumentativ gut aufgestellt, wenn es um die Fragen extrem rechter Gewalttaten, um die NS-Geschichte oder um Vernetzungen aktueller rechtsextremer Organisationen geht. Was kann man aber dagegen sagen, wenn die NPD zweideutig aber sachkundig den Verlauf der Varusschlacht erklärt, wenn eine Living-History-Gruppe auf dem Mittelaltermarkt vermeintlich historische Hakenkreuze im Großformat präsentiert, sich mit der Rune des Donnergottes Donar oder Thor schmückt oder eine germanische Hochkultur behauptet, aber Spuren der Interkulturalität in unserer Gesellschaft ablehnt? Ostwestfalen ist ein Brennpunkt dieses geschichtspolitischen Kampfes: Auf engstem Raum liegen hier Erinnerungsorte wie die Wewelsburg, das Hermannsdenkmal und die Externsteine beieinander.

 

Das Seminar findet in Kooperation mit dem Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen statt.

 

Veranstaltungsort:

Haus Neuland
Senner Hellweg 493, 33689 Bielefeld

Veranstalter: 
Haus Neuland e. V. in Kooperation mit dem Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen