Seminar: Familiengeschichte während des Nationalsozialismus erforschen
Datum
–Veranstaltungsart
Veranstaltungsort
Willi-Eichler-Akademie e. V.Kleiner Griechenmarkt 40
50676 Köln
Veranstalter
Für jüngere Angehörige ist es häufig schwierig, eigene Verwandte nach der Familiengeschichte während des Nationalsozialismus zu befragen. Die damals lebenden Familienmitglieder wurden meist nicht persönlich kennengelernt, häufig sind nur fragmentarische Informationen über ihre Lebensgeschichten zwischen 1930 und 1945 bekannt oder es wurde über Jahrzehnte hinweg über diesen Teil der Familienvergangenheit geschwiegen. In familiär überlieferten Erzählungen stehen oftmals die Leiderfahrungen nicht verfolgter Angehöriger im Vordergrund, etwa während der Kriegsgefangenschaft, der Bombardierung oder der Nachkriegszeit. Selten erscheinen sie als aktiv Handelnde. Dennoch können familiäre Erinnerungen und Dokumente einen ersten Zugang bieten, um mehr über die eigene Familiengeschichte und damit über mögliche Täter*innenschaften und Beteiligungen von Angehörigen zu erfahren.
Das Seminar verfolgt folgende Lernziele:
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Kennenlernen unterschiedlicher Formen von Beteiligung und Täter*innenschaft sowie deren kritische Reflexion im Kontext gesellschaftlicher und familiärer Narrative
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Einführung in Recherchemöglichkeiten zur Erforschung der eigenen Familiengeschichte während des Nationalsozialismus sowie Austausch über eigene Erfahrungen und Fragestellungen
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Auseinandersetzung mit emotionalen Aspekten familiärer Nachfragen und Diskussion möglicher Umgangsweisen sowie Unterstützungsangebote
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Entwicklung von Handlungskompetenzen für familiäre Nachfragen und für Anfragen an Archive
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Sensibilisierung für die eigene Positioniertheit und Verantwortlichkeit im Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
Die Verbindung historischen Wissens mit der persönlichen Familiengeschichte kann Lernprozesse aus der Geschichte ermöglichen. Ergänzend zu den Arbeitsphasen im Seminarraum ist der Besuch eines Archivs im Kölner Stadtraum vorgesehen. Der ausgewählte Ort steht exemplarisch für Täter*innenschaft während des Nationalsozialismus.
Zielgruppen:
Das Seminar richtet sich sowohl an Personen, die sich erstmals mit Nachfragen zur eigenen Familiengeschichte befassen möchten, als auch an Menschen, die bereits mit der Erforschung ihrer Familienvergangenheit begonnen haben. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit Familien, in denen Täter*innenschaften oder Beteiligungen an nationalsozialistischen Verbrechen vermutet werden oder bekannt sind. Menschen aller Altersgruppen und Geschlechter sind willkommen.