Wichtiger Impuls für die Fachdebatte. Neun Wissenschaftler*innen bewerten das AdB-Kompetenzprofil
In den letzten beiden Jahren hat der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten AdB im Rahmen eines zweijährigen Modellprojektes, gefördert durch die Stiftung deutsche Jugendmarke, ein Kompetenzprofil für Fachkräfte der außerschulischen politischen Bildung entwickelt und veröffentlicht. Die Resonanz darauf war und ist riesig.
In den letzten beiden Jahren hat der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten AdB im Rahmen eines zweijährigen Modellprojektes, gefördert durch die Stiftung deutsche Jugendmarke, ein Kompetenzprofil für Fachkräfte der außerschulischen politischen Bildung entwickelt und veröffentlicht. Die Resonanz darauf war und ist riesig.
Dieses Profil wurde aus der Praxis für die Praxis entwickelt und war von Anfang an als Entwicklungsmodell angelegt. Was also lag näher als den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen und zu fragen, wie denn eigentlich Wissenschaft auf das erarbeitete Profil blickt. Daher hat der AdB im Frühjahr dieses Jahres neun Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Fachgebieten gebeten, eine Einschätzung des Kompetenzprofils vorzunehmen. Als Orientierung erhielten die Expert*innen einen Fragenkatalog, mit dem sie gebeten wurden, die Systematik und Inhalte des AdB-Kompetenzprofils zu begutachten und zu erörtern, ob bzw. inwiefern das AdB-Kompetenzprofil zur Professionalisierung des Feldes beitragen und die Qualifizierung in der non-formalen politischen Bildung verbessern kann. Dr.‘in Helle Becker, Expertise & Kommunikation für Bildung, Essen, wurde beauftragt, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven einzuholen und für den AdB die Bestätigungen, die Kritik sowie die Vorschläge zu Verbesserung und Weiterentwicklung zusammenzufassen.
Die Studie liegt nun vor und zeigt, dass dem AdB aus Sicht der Wissenschaftler*innen ein „wichtiger Beitrag zur Professionalisierung der außerschulischen politischen Bildung“ gelungen ist der zudem geeignet ist, „zur gesellschaftlichen Anerkennung und Professionalisierung des Berufsbildes beizutragen“. Wie erwartet und gewünscht haben sich die Expert*innen auch konstruktiv kritisch mit dem Profil auseinandergesetzt. Einige Hinweise auf eine wünschenswerte Weiterentwicklung sind u.a.:
- Die Überprüfung von Doppelungen, Überschneidungen und nicht immer klarer Zuordnungen zwischen den Kompetenzbereichen;
- Eine Schärfung von Begrifflichkeiten wie Fähigkeiten, Wissen, Qualifikationen und auch Haltung;
- Die Reflexion der Bedeutung von „Wissen“ in der politischen Bildung;
- Die Ergänzung von Kompetenzen wie „Vertretungskompetenz“, „Vorausplanungskompetenz“ oder „Kompetenzen der politischen Adcocacy“ sowie Kompetenzen im Bereich digitaler Technologien und im Verfassen und Anwenden von Schutzkonzepten;
Einige sind sich alle Expert*innen in der Einschätzung, dass genuine Ausbildungs- und Weiterbildungswege für die non-formale politische Bildung fehlen. Daher lautet ein Fazit, dass der AdB darüber nachdenken solle „Fortbildungsmodule für interessierte politische Bildner*innen zu entwerfen, damit die geforderten Kompetenzbereiche angebahnt werden“. Zusätzliche Qualifizierungen seien auch deswegen sinnvoll, weil „bestimmte Kompetenzen erforderlich [sind], die man nur teilweise im Studium lernt“.
Mit diesen überaus hilfreichen, wertschätzenden und konstruktiven Kritikpunkten und Anregungen sieht sich der AdB bestens gerüstet, nicht nur das Kompetenzprofil weiterzuentwickeln, sondern auch die geforderten Qualifizierungsangebote in Angriff zu nehmen.
Die gesamte Auswertung einer Befragung zum Kompetenzprofil des AdB finden Sie hier. Dem Text können Sie auch entnehmen, welche Wissenschaftler*innen um ihre Einschätzung gebeten wurden.
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