Drei beschriftete Karten mit den Texten 'Früh-Warnzeichen', 'Woran erkenne ich sie?', 'Was tut mir gut?' liegen auf einem Holztisch neben bunten Spielbällen, einem pinken Knetobjekt und weiteren kleinen Gegenständen.

Praxisblick HochDrei e. V.: Körper als Ressource – Selbstwert, Vielfalt und Teilhabe erfahrbar machen

Wie können Jugendliche ihren Körper als Stärke erleben, wenn er im Alltag oft als Einschränkung wahrgenommen wird? Mit dieser Frage beschäftigten sich Jugendliche einer 9. Klasse einer Potsdamer Schule in einem dreitägigen Seminar bei HochDrei e. V. Im Fokus stand die Verbindung von Körpererfahrung, Selbstwert und gesellschaftlicher Teilhabe.

Vom 3. bis 5. Juni 2026 trafen sich zum ersten Mal Jugendliche der Oberlinschule Potsdam im Alter von 15 bis 16 Jahren bei HochDrei e. V., um sich im Rahmen eines dreitägigen Seminars zum Thema Körperbewusstsein, Vielfalt und Teilhabe zu beschäftigen. Ausgangspunkt bildete die Erfahrung vieler Jugendlicher, im Alltag mit Barrieren konfrontiert zu sein und den eigenen Körper als Hindernis zu erleben. Das Seminar setzte hier bewusst einen Gegenakzent und schuf einen geschützten Raum, in dem die Jugendlichen sich als handlungsfähig und wirksam erfahren konnten. Das Seminar fand im Rahmen des Projektes KörperWelten – Politische Jugendbildung im AdB (2023-2028) statt.

Inhaltlich verband die Veranstaltung körperbezogene Bildungsarbeit mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Themen wie Leistungsdruck, gesellschaftliche Erwartungen des „Funktionierens“, Barrieren im Alltag sowie Fragen von Teilhabe wurden gemeinsam bearbeitet. Auch Aspekte von Zugehörigkeit und Ausschluss spielten eine zentrale Rolle. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt wurde dabei in die Auseinandersetzung integriert. Ziel war es, Unterschiedlichkeit als Normalität zu reflektieren und Perspektiven für diskriminierungssensible und selbstbestimmte Räume zu entwickeln.

Methodisch setzte das Seminar auf einen partizipativen, ressourcenorientierten und stressarmen Ansatz. Gesprächsrunden, Körper- und Entspannungsübungen sowie sinnesbezogene Wahrnehmungsangebote ermöglichten unterschiedliche Zugänge. Ein Sinnesspaziergang, Übungen zur Wahrnehmung eigener Grenzen sowie die Methode „Mein Kraftrucksack“ unterstützten die Jugendlichen dabei, eigene Ressourcen zu erkennen und Strategien für herausfordernde Situationen zu entwickeln.

Das Feedback der Jugendlichen fiel positiv aus, hervorgehoben wurde das wertschätzende Gemeinschaftsgefühl während des Seminars und die Selbstbestimmung in der Zeitgestaltung. Als Anregung für die Zukunft wünschen sie sich weitere Verbesserungen in der Barrierefreiheit und eine gemeinsame Unterbringung. Eine zukünftige Kooperation mit der Schule ist bereits angedacht.