Praxisbericht basa e. V.: Klima, Gerechtigkeit und Social Media: Der Fachtag #meinklima macht Stimmen junger Menschen hörbar
Mit dem Fachtag #meinklima am 9. September 2025 in Frankfurt am Main zog basa e. V. Bilanz eines dreijährigen Modellprojekts zur Beteiligung prekarisierter Jugendlicher im Diskurs um Klimakrise und Klimagerechtigkeit. Im Fokus stand TikTok als zentrales Medium, um junge Perspektiven sichtbar zu machen. Vor Fachpublikum wurden Projekterkenntnisse präsentiert, Erfahrungen reflektiert und offene Fragen gemeinsam diskutiert.
Der Fachtag von basa e. V. fand in den Räumen von medico e. V. statt und wurde von Karin Zenning mit einem spannenden Kurzinput zur Bedeutung globaler Klimagerechtigkeit eröffnet.
Nach einem Überblick über die letzten Projektjahre mit Teamenden-Fortbildungen, TikTok-Kampagne und Jugendseminaren konnten sich die Teilnehmenden im World-Café-Format intensiver mit einzelnen Aspekten beschäftigen. Projektbeteiligte standen an verschiedenen Tischen für Fragen und Diskussionen bereit. So gab es z. B. Stationen zur Arbeit mit TikTok, zu Seminarkonzeption und konkreten Erfahrungen mit Jugendlichen.
Innovativ war die Station zum Thema Evaluation. Im Rahmen des Verbundprojekts PrEval (Zukunftswerkstätten Evaluation und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung: Analyse, Monitoring, Dialog) ist basa e. V. eine Kooperation mit Evaluationswissenschaftler*innen des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM e. V.) und dem PRIF (Peace Research Institute Frankfurt) eingegangen. Ziel war es, ein in der politischen Bildung intensiv diskutiertes Thema um kritische Praxiseinblicke zu ergänzen. Ergebnis der Zusammenarbeit ist ein im Dezember 2025 veröffentlichtes Policy Paper, das untersucht, wie Selbstevaluation wirksam unterstützt werden kann, welchen Beitrag Kooperationen zwischen Fachpraktiker*innen und Evaluator*innen leisten und welche Voraussetzungen für eine gelingende Zusammenarbeit erfüllt sein müssen.
Die engagierten Diskussionen während des Fachtags machten deutlich, dass das Projekt zentrale Fragen der Fachpraxis berührte und bei den Teilnehmenden auf großes inhaltliches Interesse stieß. Gerade beim Thema TikTok trafen verschiedene Meinungen darüber aufeinander, wie mit dem Medium umzugehen sei. Dazu gab es eine Einführung in algorithmische Logiken, Nutzungsverhalten und Formate auf TikTok, um dann die #meinklima-TikTok-Kampagne vorzustellen.
Zentral war die Frage, ob und wie TikTok in der politischen Bildung genutzt werden kann und in welchem Maße eine Anpassung an die Logiken der Plattform erforderlich ist. Die #meinklima-Videos zeigen, auf welche ästhetischen und inhaltlichen Kompromisse man sich als politische Bildner*innen dabei einlässt. Sie zeigen aber auch, dass politische Bildung auf TikTok durchaus möglich ist.
Zudem wurden auch zwei Bildungsspiele vorgestellt, die im Rahmen des Projekts entstanden sind: Das Brettspiel „Nobody is an I-Land“ zur Relevanz von Kooperation beim Klimaschutz und „The Struggle is Real“ zu unterschiedlichen Betroffenheiten und Verantwortlichkeiten der Klimakrise. Beide Spiele beinhalten neben der Spielphase eine Auswertungsphase, in der Erfahrungen reflektiert werden können.
Den Abschluss bildete ein Podium mit den Projektbeteiligten Gerborg Böde (Solidarische Landwirtschaft Marktgarten Stolze Gärtner), die Spielentwicklerin Rabab Flaga, die Evaluationsforscherin Luisa Schmidt (Das NETTZ gGmbH) und die Kommunikationsdesignerin Eva Kneer, die die TikTok-Kampange maßgeblich mitgestaltet hat. Es wurde noch einmal deutlich, wie vielseitig das Projekt aufgestellt war und wie komplex die Voraussetzungen für gelingende politische Bildung sind – vor allem, wenn man Neues wagt.
Basa e. V. ist Teil der Fachgruppe „Klimakrise und sozial-ökologische Transformation“ im Programm „Politische Jugendbildung im AdB“.