Praxisbericht basa e. V.: Gutes Klima für alle?! – Jugendliche setzen sich mit Kolonialismus und Klimagerechtigkeit auseinander
Wie hängen Kolonialismus und Klimakrise zusammen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Jugendliche einer Frankfurter Oberstufenschule in einem dreitägigen Seminar von basa e. V. Gemeinsam erarbeiteten sie, warum Klimagerechtigkeit globale historische Zusammenhänge mitdenken muss, und entwickelten eigene Medienbeiträge zu diesem Thema.
Vom 22. bis 24. Juni 2026 führte basa e. V. gemeinsam mit 22 Jugendlichen der Toni-Sender-Oberstufenschule in Frankfurt/Main im Alter von 17 bis 20 Jahren ein Seminar zu Kolonialismus und Klimagerechtigkeit durch. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie historische koloniale Ausbeutung, kapitalistische Wirtschaftsweisen und die heutige Klimakrise zusammenhängen. Anhand von Länderbeispielen wie Pakistan, Marokko, Afghanistan, Indien und den Philippinen setzten sich die Teilnehmenden damit auseinander, warum die Folgen des Klimawandels insbesondere Menschen im Globalen Süden besonders stark treffen. Die Auswahl der Länder knüpfte dabei bewusst an die Lebenswelten und Herkunftsbezüge der Teilnehmenden an.
Ein interaktiver Zeitstrahl, Videoanalysen, Diskussionen sowie das Spiel „No-Body is an I-Land“ boten unterschiedliche Zugänge zum Thema. Eine Exkursion zu einer Solidarischen Landwirtschaft ergänzte das Programm und eröffnete Einblicke in nachhaltige Formen des Wirtschaftens. In Kleingruppen recherchierten die Jugendlichen anschließend eigenständig zu verschiedenen Aspekten der Klimagerechtigkeit und gestalteten ihre Ergebnisse als TikTok-Videos oder Plakate. Die Beiträge zu Ländern wie den Philippinen, Marokko, Pakistan, Sri Lanka, Bangladesch, Afghanistan und Indien wurden zum Abschluss im Plenum präsentiert und gemeinsam diskutiert.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen insgesamt sehr positiv aus. Besonders die Auseinandersetzung mit Klimagerechtigkeit, den Folgen kolonialer Ausbeutung und deren Bedeutung für die heutige Klimakrise blieb vielen nachhaltig in Erinnerung. Auch die Evaluation zeigte deutliche Lernfortschritte: Die Jugendlichen schätzten ihr Wissen zu Kolonialismus und Klimagerechtigkeit nach dem Seminar deutlich höher ein als zu Beginn und hoben die offene Atmosphäre sowie die Möglichkeit hervor, eigene Ideen und Interessen in die Gestaltung der Gruppenarbeiten einzubringen.
Das Seminar wurde im Rahmen des Programms „Politische Jugendbildung im AdB“ der Fachgruppe „Klimakrise und sozial-ökologische Transformation“ durchgeführt und aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans (KJP) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.