Policy Lab im Hackathon. Jugendliche aus dem Programm Jugend hackt diskutierten Chatkontrolle und Social-Media-Altersgrenzen
Was denken eigentlich junge Menschen über die Debatten zur Social Media Regulierung? Im Rahmen des AdB-Projekts zur digitalen politischen Bildung (DIYW ROAD) wurden jene gefragt, die sich damit sehr gut auskennen: Ein junges Team, das sich im Rahmen des Programms Jugend hackt mit der Entwicklung einer verschlüsselten, dezentralen Messenger-App beschäftigt, die Kommunikation schützt und Daten nicht einfach an große Anbieter abgibt.
Im Theater an der Parkaue in Berlin wurde im Rahmen des Berliner Hackathons von Jugend hackt engagiert diskutiert. Rosanna Oehme von der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. und Nils-Eyk Zimmermann vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. führten durch das Lab.
Zwei Themen waren den Jugendlichen wichtig: Zum einen verfolgen sie die Debatte um Chatüberwachung als Maßnahme zum Schutz vor Kinderpornografie („Chatkontrolle“) und wollen sich über den aktuellen Stand informieren. Zum anderen berührt sie die in Deutschland aufflammende Diskussion über Altersbegrenzungen in Social Media und den Jugendschutz in der digitalen Welt, die das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) durch die Einsetzung einer Expert*innenkommission und die Veröffentlichung von Handlungsempfehlungen forcierte.
Ihnen geht es gerade auch um die politische Lösung der grundlegenden Probleme, die durch die Gestaltungs- und Funktionsprinzipien von Plattformen verursacht werden. Zudem solle Schutz nicht nur präventiv gedacht werden, sondern dann verbessert werden, wenn man plötzlich etwa von Hassrede oder Angriffen betroffen ist – also bessere Hilfe und Unterstützung, als sie die Plattformen oder andere aktuell anbieten. Prävention sei aber gerade auch für Eltern ein wichtiges Thema. Hier mahnten sie mehr Kreativität an: Krankenkassen könnten hier Engagement zeigen, im Rahmen der U-Untersuchungen und Elternrundbriefe sollte klarer aufgeklärt, befähigende Angebote für alle Elterngruppen angeboten werden …
Ein Schwerpunkt lag auch darauf, wie digitale Kompetenz erworben wird und was dazu aus ihrer Sicht – als Menschen, die die selbstbestimmte Arbeit mit Technologie auch als gesellschaftspolitisch betrachten – dazugehört.
Der Journalist Markus Reuter von Netzpolitik.org teilte seine Erfahrungen im Zusammenhang mit politischen Debatten zu digitalpolitischen Themen und bot ein kleines Argumentationstraining an. Als Kenner und langjähriger Beobachter der Chatkontrolle-Initiativen gab er interessante Einblicke.
Das Policy Lab ist in Kooperation mit der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. zustande gekommen. Der AdB dankt Rosanna Oehme für ihre Initiative und ihren Einsatz.
Das Projekt „Digital Youth Work – rights sensitive, open, accessible and democratic“ (DIYW ROAD) ist kofinanziert durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union.
Ihre Ansprechpersonen
Georg Pirker
Referent für internationale Aufgaben
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Projektreferent
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