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Online-Fortbildung: Körper in der politischen Bildungsarbeit

In der politischen Bildung liegt der Fokus oftmals auf kognitiven Prozessen und auf unserem Verstand. Eine Workshop-Reihe von politischbilden.de erprobte das Potenzial körperbasierter Ansätze in der Bildungspraxis.

In dieser dreiteiligen digitalen Workshop-Reihe (17./25./30. September 2025) mit den Trainer*innen Sebastian Fleary, Fachreferent Empowerment & Schwarze Jugendarbeit bei EOTO e. V., und Aki Krishnamurthy, Politikwissenschaftlerin, Theater- und Tanzpädagogin, stand die Frage im Mittelpunkt, wie Lernprozesse in der politischen Bildung über und mit dem Körper angestoßen werden können. Was passiert, wenn wir Auseinandersetzungen mit Fragen von Macht, Diskriminierung, Beteiligung und Transformation mit dem Körper erforschen? Wie sieht ein Bodystorming aus – ein Brainstorming mit dem Körper? Und kann ich das auch in den virtuellen Raum übertragen? 

Zunächst stand das Erleben und Ausprobieren im Vordergrund – der erste Workshop bot viel Raum für Spiel, Bewegung und die eigene Wahrnehmung: Raumlauf in verschiedenen Varianten, pantomimische Assoziationsspiele, Brainstorming mit Körperstatuen – anders als bei den meisten Online-Fortbildungen gab es wenig Zeit, um vor dem Bildschirm zu sitzen. Die Zoom-Kacheln wurden zum Fenster in den Bewegungsraum einer jeden Einzelnen (sei dies die heimische Küche, das geteilte Büro oder auch das Lehrer*innenzimmer) und einige Teilnehmende waren erstaunt, wieviel Körpereinsatz auch in einem digitalen Format möglich ist.

Im weiteren Verlauf der Reihe kamen weitere Reflexionsebenen hinzu. Neben dem Erproben von Methoden ging es um die Verbindung zwischen verkörpertem Wissen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Um Kolonialismus und darum, wie sehr Ausschlüsse in einer Gesellschaft bis heute mit der Hierarchisierung von Körpern verbunden sind, wie sehr das Körpergedächtnis unsere Interaktion mit anderen maßgeblich mitbestimmt – und wie wirksam es sein kann, Veränderung mit dem Körper erfahrbar zu machen. Zur Anwendung kamen Methoden und Ansätze aus der Theater- und Tanzpädagogik, insbesondere aus dem Theater der Unterdrückten von Augusto Boal, aus dem Improtheater und aus den somatic studies, adaptiert für die Anwendung im digitalen Raum.

Im abschließenden Teil tauschten sich die Teilnehmenden über Transfermöglichkeiten in die eigene Praxis aus. Es wurde erörtert, welche Chancen das Nachdenken mit dem Körper bietet, das in rein kognitiven Lernprozessen ungenutzt bleibt. Welche Rolle Scham, peer pressure oder auch körperliche Barrieren spielen können. Welche Grenzen und Möglichkeiten der digitale Raum für diese Art der Arbeit mit sich bringt. Und wie körperbasierte Ansätze, bei denen Freiwilligkeit als oberstes Prinzip gilt, auch in schulischen Kontexten Anwendung finden können.

Die Reihe wurde organisiert von politischbilden.de im Rahmen des Bundesprogramms Respekt Coaches.

Foto: Pexels/Cottonbro Studio

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Nana Heidhues

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