Aktuelle Entwicklungen und neueste Standards – Hauswirtschaft in Bildungseinrichtungen. Fachtagung bietet Handlungsempfehlungen für den Arbeitsalltag
Vom 26. bis 29. Mai 2026 fand im Gesamteuropäischen Studienwerk (GESW) in Vlotho die diesjährige Fachtagung für Hauswirtschaftsleitungen in Bildungseinrichtungen des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten statt. Unter dem Motto „Hauswirtschaft – Aktuelle Entwicklungen und neueste Standards“ bot die Veranstaltung eine Plattform für Fachwissen, praxisnahe Einblicke und kollegialen Austausch zu drängenden Themen der Branche.
Ein besonderer Fokus der Fortbildung lag auf der Umsetzung hygienischer Standards im Arbeitsalltag. Sabine Mück von Hygiene Consult Mück begleitete die Teilnehmenden mit Fachvorträgen zu gesetzlichen Hygieneanforderungen, persönlicher Hygiene und Hautschutz. Diskutiert wurden unter anderem die korrekte Reinigung von Oberflächen, die Vermeidung typischer Fehler beim Waschen von Reinigungstextilien sowie die Bedeutung von Zertifizierungen für Recyclingmaterialien. Sehr interessant war die Vorstellung innovativer Lösungen für nachhaltige und hygienische Reinigungsprozesse – etwa durch den Einsatz von zertifizierten neuwertigen Textilien, die Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit verbinden.
Das Thema Nachhaltigkeit wurde auch im Zusammenhang mit modernen Technologien in der Hauswirtschaft aufgegriffen: Hier ging es um den Einsatz von Robotik in der Reinigung – etwa durch autonome Scheuersaugmaschinen für große Flächen – bis hin zu maschineller Reinigung mit kleinen, wendigen Geräten, die die körperliche Belastung für Mitarbeitende reduzieren.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Arbeitsergonomie: Praktische Tipps zur richtigen Hebetechnik, zu entspannten Arbeitshaltungen und Auflockerungsübungen rundeten das Programm ab.
Ein zentraler Bestandteil der Tagung war der kollegiale Erfahrungsaustausch. Hier ging es zum einen um die Steigerung von Anerkennung und Wertschätzung des Arbeitsfeldes, auch, um damit neue Mitarbeiter*innen zu gewinnen. Die Teilnehmenden diskutierten, wie das Arbeitsfeld der Hauswirtschaft in Bildungsstätten mehr Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung erfahren kann. Dabei wurde die systemrelevante Rolle der Hauswirtschaft diskutiert, die durch saubere, hygienische und gut organisierte Räumlichkeiten erst die pädagogische Arbeit ermöglicht. Konkrete Ideen waren u. a. die Einführung von Anerkennungsritualen. Das kann über regelmäßige Feedbackrunden geschehen, in denen die Leistungen des Teams gewürdigt werden. Aber auch das Gästefeedback kann allen Mitarbeiter*innen zur Verfügung gestellt werden.
Durch moderne Arbeitsmittel, Fortbildungsangebote und die Betonung der Vielfalt der Aufgaben (z. B. Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Teamleitung) kann das Berufsbild für neue Zielgruppen interessant gemacht werden. Besonders wichtig ist dabei, die Aufstiegsmöglichkeiten und die gestalterischen Freiräume im Berufsfeld, insbesondere in Bildungsstätten zu kommunizieren.
Zum anderen ging es im kollegialen Erfahrungsaustausch um die Optimierung der internen Kommunikation: Kurze, strukturierte Besprechungen, in denen nicht nur organisatorische Themen, sondern auch Erfolge und Herausforderungen besprochen werden, helfen im kommunikativen Miteinander. Abteilungsübergreifende Formate wie gemeinsame Workshops oder Projekte zwischen Hauswirtschaft, Pädagogik und Verwaltung helfen, das Verständnis für die Arbeit der anderen Bereiche zu stärken. Der Einsatz von Kommunikationsplattformen kann den Informationsfluss beschleunigen und Transparenz schaffen – besonders in großen Bildungsstätten mit vielen Standorten. Die Teilnehmenden betonten, dass eine offene Fehlerkultur und die Einbindung aller Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse entscheidend sind, um die Kommunikation nachhaltig zu verbessern.
Die Tagung im Gesamteuropäischen Studienwerk (GESW) in Vlotho endete mit der Auswertung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Fachtagung 2027. Die Teilnehmenden nahmen nicht nur aktuelles Fachwissen, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen für den Arbeitsalltag und persönliche Kontakte in andere Häuser mit.
Ihre Ansprechperson
Sebastian Bock
Stellvertretende Geschäftsführung, Bereichsleitung Kinder- und Jugendbildung
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