Rotes, mehrstöckiges ehemaliges Amtsgerichtgebäude mit Satteldach, umgeben von Bäumen und Sträuchern, davor gepflasterter Weg.

Politische Bildung unter Druck – Kommission Kinder- und Jugendbildung diskutiert Profil und Sichtbarkeit politischer Bildung

Die politische Bildung steht unter spürbarem Druck – finanziell, politisch, strukturell. Bei ihrer Herbstsitzung im Gustav-Stresemann-Institut in Niedersachen e. V. diskutierte die AdB-Fachkommission Kinder- und Jugendbildung am 25. und 26. September 2025, wie Einrichtungen handlungsfähig und sichtbar bleiben können.

Die Lage: unübersichtlich, herausfordernd, hochdynamisch

Schon der Einstieg in die Herbstsitzung der Kommission im Gustav-Stresemann-Institut in Niedersachsen e. V. machte deutlich, wie breit die aktuellen Herausforderungen sind: von Kürzungen und Planungsunsicherheiten über Debatten zu „Neutralität“ bis hin zum Fachkräftemangel und zu veränderten Erwartungen internationaler Partner. Dazu kommen drängende Themen wie der Kinder- und Jugendschutz, der Abbau von Barrieren und die Digitalisierung.

Ein gemeinsamer Grundton war klar spürbar: Die Einrichtungen brauchen Orientierung, Resonanz und politische Rückendeckung. Der kollegiale Austausch in der Kommission ist hilfreich, die Herausforderungen zu benennen und Strategien zu entwickeln.

Politische Bildung oder Demokratiebildung? Hauptsache präzise

Im Mittelpunkt der Kommissionssitzung stand die Frage, wie politische Jugendbildung heute sprachlich und fachlich gefasst werden kann. Die Mitglieder diskutierten unterschiedliche Begriffe und Verständnisse und warum diese Klärung mehr ist als akademische Wortklauberei: Sie entscheidet darüber, wie politische Bildung eingeordnet, gefördert und öffentlich wahrgenommen wird. Diese Debatte soll 2026 fortgeführt werden.

Sichtbarkeit als Überlebensfrage

Ein Gallery Walk mit Beispielen gelungener Öffentlichkeitsarbeit der verschiedenen Einrichtungen zeigte eindrucksvoll, wie kreativ viele arbeiten, aber auch wie wenig davon im öffentlichen Diskurs ankommt. Die Kommission formulierte Wünsche an den Verband nach mehr gemeinsamer Sichtbarkeit, einer stärkeren Social-Media-Präsenz sowie einer vernetzteren Kommunikation.

Politische Rahmenbedingungen: enger werdender Spielraum

Der Bericht aus Geschäftsstelle und Vorstand zeichnete ein klares Bild einer enger werdenden politischen Gestaltungsmöglichkeit. Die finanzielle Lange ist unsicher, Aufwüchse bei den Fördergeldern sind nicht in Sicht und Wirkungsmessung gewinnt an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund sind die Prozesse, die der AdB aktuell startet besonders wichtig, z. B. die Kooperation mit dem Kinderschutzbund Niedersachsen zur Erarbeitung eines Kinderschutzkonzeptes sowie die Weiterentwicklung des Programms „Politische Jugendbildung im AdB“. Der Blick der Kommission und des Verbandes bleibt nach vorne gerichtet. Es wird auch in Zukunft diskutiert, wie wir wichtige Themen gemeinsam, solidarisch und manchmal auch kämpferisch angehen können.

Die Herbstsitzung zeigte eine Kommission, die trotz widriger Bedingungen mit klaren Fragen und großem Engagement in die Zukunft schaut: Wie bleibt politische Jugendbildung wirksam und sichtbar in Zeiten der Verunsicherung? Die Antworten entstehen Schritt für Schritt in gemeinsamen Debatten, in gelungener Praxis und in einer Haltung, die dem Gegenwind standhält.

Foto: GSI in Niedersachsen e. V. 

Ihre Ansprechperson

Sebastian Bock
Sebastian Bock

Sebastian Bock

Stellvertretende Geschäftsführung, Bereichsleitung Kinder- und Jugendbildung

Telefon: +49 30 40040115

E-Mail: bock [at] adb.de (bock[at]adb[dot]de)