Mehrere Personen sitzen in einem hellen Raum mit Holzbalken auf Stühlen und Sitzkissen im Kreis, umgeben von beschrifteten Moderationskarten auf dem Boden.

Zwischen Dekolonialisierung und Heteronormativitätskritik: Perspektiven für politische Bildung

Vom 13. bis 15. Oktober 2025 tagte die AdB-Fachkommission Geschlechterreflektierte Bildung bei lila_bunt – Feministische Bildung, Praxis & Utopie e. V. in Zülpich. Die queer-feministische Bildungsstätte versteht sich als Raum für solidarisches Lernen, politische Bildung und intersektionale Praxis – ein Ort, der queere, feministische und machtkritische Bildungsarbeit mit intersektionalen Perspektiven verbindet.

Im Mittelpunkt der Herbstsitzung bei lila_bunt stand die Frage, wie koloniale Geschlechterordnungen bis heute fortwirken und wie dekoloniale Perspektiven in der politischen Bildungsarbeit gestärkt werden können. In gemeinsamen Lektüren und Diskussionen setzten sich die Kolleg*innen unter anderem mit Texten von der Philosophin María Lugones und mit Beiträgen zu kolonialen Repressionen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt auseinander.

Ein weiterer Fokus lag auf der kritischen Auseinandersetzung mit dem Konzept der Heteronormativität. Die Kommission diskutierte, wie dieses historisch gewachsene Machtverhältnis in Bildungsprozessen sichtbar gemacht, hinterfragt und weiter aufgebrochen werden kann.

Zentral war dabei die Frage: Wie prägen binäre Geschlechterordnungen und Heteronormativität nach wie vor globale Wissens- und Machtverhältnisse? Die Reflexion eigener Positionierungen, institutioneller Kontexte und Handlungsspielräume war ebenso wichtig wie die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven für die zukünftige Arbeit der Kommission.

Eine dekoloniale Perspektive auf Geschlecht nimmt nicht nur historische Kontinuitäten, sondern auch aktuelle Machtverhältnisse in den Blick. Binäre Geschlechternormen und heteronormative Vorstellungen sind tief in gesellschaftlichen und institutionellen Ordnungen verankert. Für die politische Bildungsarbeit bedeutet dies, dominante Wissensformen zu hinterfragen, alternative Perspektiven sichtbar zu machen und Räume für Reflexion und gemeinsames Lernen zu schaffen.

Weiterführende Impulse und Vernetzung

Zur Vertiefung des Themas plant die Kommission einen Online-Workshop zum dekolonialen Feminismus. Ziel ist es, die begonnenen Auseinandersetzungen weiterzuführen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und konkrete Anknüpfungspunkte für die politische Bildungsarbeit zu entwickeln.

Neben den thematischen Vertiefungen bot die Sitzung einen wichtigen Raum für kollegialen Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. Der Austausch über Herausforderungen und Erfahrungen in den Einrichtungen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Kommission begrüßt zudem ein neues Mitglied: Wiebke Rahlf vom Europahaus Marienberg verstärkt die Runde mit ihrer Expertise und Perspektive.

Ihre Ansprechperson

Silke Neumann
Silke Neumann

Silke Neumann

Arbeitsbereich Geschäftsführung

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