Gruppe von sechs Personen auf Bühne bei Preisverleihung, im Hintergrund Projektion mit Text und Kalenderblatt November mit Zeichnung und Frage 'WIESO?'.

Kinder an die Macht! Werkstattprojekt und Kein-Adultismus-Wandkalender 2025 erhalten C. W. Müller-Preis 2025

In einem Werkstattprojekt an der Alice Salomon Hochschule setzten sich Kinder und Studierende mit der strukturellen Benachteiligung von jungen Menschen auseinander. Als gemeinsames Projektergebnis entstand der „Kein-Adultismus-Kalender“. Am 5. November 2025 wurde das Projekt mit dem C. W. Müller-Preis 2025 ausgezeichnet. Ein neuer Beitrag auf politischbilden.de stellt das Projekt vor und reflektiert über Möglichkeiten und Herausforderungen adultismuskritischer Ansätze in der politischen Bildung. 

Junge Menschen werden von Erwachsenen diskriminiert. Das zeigt sich nicht nur in oft gesagten Sätzen wie „Dafür bist du noch zu klein!“ oder „Sei nicht so kindisch!“ sondern auch in der strukturellen Missachtung der Lebensrealitäten von Kindern.

Für das Werkstattprojekt „Adultismuskritische Partizipation. Partizipation gemeinsam erforschen. Kinder an die Macht“ und den im Projekt entstandenen Kalender wurden die Grundschülerin Maja Esakova und die ASH-Studentinnen Claudia Dorfmüller, Melissa Duraku und Lina Holzrichter am 5. November 2025 in einer feierlichen Veranstaltung mit dem C. W. Müller-Preis 2025 ausgezeichnet. Alle drei studieren den Masterstudiengang Soziale Arbeit – Kritische Diversity und Community Studies (KriDiCo) an der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin. Dekan Prof. Dr. Heinz Stapf-Finé sowie die begleitende Dozentin Prof. Dr. Jasna Russo hielten die Laudatio und übergaben den Preis.

Das zweisemestrige Projekt „Adultismuskritische Partizipation. Partizipation gemeinsam erforschen. Kinder an die Macht“ entstand im Rahmen der Konzeptwerkstatt des Studiengangs und widmete sich der Diskriminierungsform Adultismus – also der strukturellen Benachteiligung von Kindern durch Erwachsene.

Die Studierenden entschieden sich bewusst für einen offenen, kollaborativen Ansatz: Statt Kindern ein fertiges Partizipationskonzept vorzulegen, erforschten sie gemeinsam mit ihnen, wie konkret partnerschaftlich zusammengearbeitet werden kann. Die 11-jährige Schülerin Maja Esakova brachte, als gleichberechtigtes Teammitglied, ihre eigene Idee ein: die Gestaltung eines „Kein-Adultismus-Kalenders 2025“. In Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen der Pankower Kinder- und Jugendfreizeitstätte Club „Atelier 89“ zwischen 7 und 14 Jahren wurde dieser Kalender realisiert.

Das Projekt führte nicht nur zu einem gemeinsam erarbeiteten kreativen Output in Form des Kalenders, der in einer Auflage von 150 Exemplaren hergestellt und schnell vergriffen war, sondern auch zu einem erkenntnisreichen Projektbericht. Mit der Nominierung für den C. W. Müller-Preis 2025 wird die außergewöhnliche Leistung der Grundschülerin und der drei Studierenden gewürdigt. In ihrer Laudatio betonte Prof. Dr. Jasna Russo die besondere Qualität der Arbeit: Das Team habe Partizipation nicht als bloße Methode, sondern als gemeinsamen Lernprozess verstanden, der gesellschaftliche Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern kritisch hinterfragt. Das Projekt zeige beispielhaft, wie reflektierte Zusammenarbeit neue Perspektiven in der politischen Bildung eröffnet. Auf politischbilden.de reflektieren Claudia Dorfmüller, Melissa Duraku und Lina Holzrichter im Hintergrundbeitrag „Warum entscheiden das Erwachsene?“ über ihre Erfahrungen im Projekt, zeigen Ansätze adultismuskritischer politischer Bildung auf und beleuchten den Umgang mit Herausforderungen in der Praxis. 

Wir gratulieren den Preisträgerinnen herzlich – insbesondere unserer Kollegin Melissa Duraku – zu dieser verdienten Auszeichnung.

Der C. W. Müller Preis wird seit 2024 an der Alice Salomon Hochschule Berlin für herausragende Studienarbeiten auf Masterebene verliehen. Die Auszeichnung ist mit 2.000 Euro dotiert und ehrt Projekte, die Theorie und Praxis auf kreative Weise verbinden und dabei besonders auf eine unterhaltsame Präsentation achten.

Ihre Ansprechperson

Melissa Duraku
Melissa Duraku

Melissa Duraku

Projektassistenz

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E-Mail: duraku [at] adb.de (duraku[at]adb[dot]de)