Drei Personen sitzen nebeneinander an einem Konferenztisch. Sie tragen Namensschilder und sind in formeller Kleidung gekleidet. Die rechte Person spricht in ein Tischmikrofon.

Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V.: Young Voices for Youth Work - Nicht ohne uns!

Dass junge Menschen ihre Forderungen direkt mit EU-Vertreter*innen diskutieren, ist selten. Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB) ermöglichte dies im Netzwerk Generation Europe – The Academy: Jugendliche aus neun europäischen Ländern präsentierten Ende 2025 in Brüssel ein Policy Paper mit 28 Empfehlungen für die europäische Jugendpolitik.

„Nicht ohne uns!“ – Junge Menschen melden sich zu Wort 

Die jungen Autor*innen aus Finnland, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und der Ukraine sind keine professionellen Lobbyist*innen, sondern engagierte Akteur*innen der Jugendarbeit vor Ort. Sie erleben täglich, wie Jugendzentren um Finanzmittel kämpfen, Jugendarbeiter*innen aufgrund von Überlastung ausfallen und bürokratische Hürden die Teilhabe an internationalen Projekten erschweren. Für sie ist klar: Die Orte, an denen sie sich gestärkt fühlen und Demokratie aktiv leben, dürfen nicht weiter unter Druck geraten.

Systemische Probleme, konkrete Lösungen 

In einem mehrmonatigen Arbeitsprozess, begleitet von Fachkräften des IBB, analysierten die Jugendlichen die größten Herausforderungen des Feldes. Ihr Policy Paper zeigt auf: Die europäische Jugendarbeit leidet unter prekärer Finanzierung, mangelnder Anerkennung und fehlender Nachhaltigkeit. Besonders kritisch sehen sie die Abhängigkeit von kurzfristigen Projektmitteln, die Planungssicherheit und Kontinuität verhindern. Es genügt nicht, die Bedeutung der Jugend für die Demokratie zu betonen, wenn die Organisationen, die diese Arbeit leisten, keine verlässliche Finanzierung haben.

28 Forderungen für eine starke Jugendarbeit 

Die Jugendlichen haben 28 konkrete Empfehlungen erarbeitet, darunter: 

  • Nachhaltige Finanzierung: Betriebskostenzuschüsse und Strukturförderung statt „Projektitis“.
  • Anerkennung als Beruf: Einheitliche Standards und Karrierewege gegen Fachkräftemangel.
  • Echte Inklusion: Abbau von Barrieren für benachteiligte junge Menschen.
  • Mentale Gesundheit: Jugendarbeit als geschützten Raum stärken.

Breite Unterstützung, klare Ziele

Der Roundtable wurde vom IBB e.V. in Kooperation mit dem European Policy Centre (EPC), der Alliance of Youth Workers Associations (AYWA) und Europe Goes Local organisiert. Das Feedback der anwesenden Stakeholder, darunter das European Youth Forum und Vertreter*innen europäischer Institutionen, fließt nun in die Finalisierung des Papers ein, das im Januar 2026 veröffentlicht wird. Anschließend sollen die Forderungen gezielt in politische Debatten auf nationaler und europäischer Ebene eingebracht werden.

Mitmachen und unterstützen 

Das IBB und die jungen Autor*innen laden alle Interessierten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ein, den Prozess zu unterstützen. Ideen für Präsentationen oder Hilfe bei der Verbreitung sind willkommen, Kontakt unter generationeurope [at] ibb-d [dot] de (generationeurope[at]ibb-d[dot]de).