„Geschichten erklärt man nicht, man erlebt sie“: Politische Bildung in Bewegung. Videos für Social Media gestalten
Wie kann politische Bildung in Bewegung gebracht werden? Wie können Reels für Social Media so gestaltet werden, dass sie das transportieren, was den Öffentlichkeitsreferent*innen in den Mitgliedseinrichtungen des AdB wichtig ist? Antworten auf diese Fragen suchten die Teilnehmer*innen in einer Fortbildung – mit Spaß, Kreativität und im Austausch mit den anderen.
Vom 14. bis 16. September 2026 fand im Europahaus Marienberg in Bad Marienberg (Westerwald) die Fortbildung „Politische Bildung in Bewegung. Videos für Social Media gestalten“ statt. Sie richtete sich an Kolleg*innen, die in den AdB-Mitgliedseinrichtungen für die Öffentlichkeitsarbeit – und hier insbesondere für Social Media – zuständig sind.
Serkan Ünsal, politischer Trainer und Medienbildner mit Schwerpunkt Migrationsforschung, und Tami Kelling, Referentin für politische Medienbildung im Projekt Update Medienkompetenz (beide bei medialepfade.org – Verein für Medienbildung e. V.) verantworteten die inhaltliche Gestaltung der Fortbildung.
Bei einem interaktiven Einstieg wurde deutlich, dass die Teilnehmer*innen mit sehr unterschiedlichen Anliegen zur Fortbildung kommen. Ziel war es für alle, die Arbeit ihrer Organisationen über Social Media in Form von Reels sichtbar zu machen.
Der inhaltliche Einstieg erfolgte über die Entwicklung kurzer Leitnarrative bzw. Kernbotschaften, mit denen die Teilnehmenden herausarbeiteten, wofür die eigene Einrichtung steht. Die Kernbotschaft diente dabei als roter Faden für die weitere Arbeit. Ausgehend von den Fragen „Was macht eine gute Geschichte aus?“ und „Wofür stehen wir?“ wurden eigene Storyboards entwickelt.
Überraschende Einstiege, emotionale Botschaften und persönliche Erinnerungen helfen dabei, eine gute Hook am Beginn des Reels zu kreieren und Aufmerksamkeit zu wecken. Schnitt, Effekte, Musik, Text und Untertitel, tragen dazu bei, die Inhalte verständlich und ansprechend zu vermitteln.
„Wer kann eine Sprecher*innenrolle übernehmen?“, „Ich brauche noch Statist*innen!“, „Hilfe, ich komme nicht weiter!“, „Kann mir mal jemand erklären, wie ich einen guten Hook hinbekomme?“ – In einer intensiven Arbeitsphase entstanden 14 unterschiedliche vertikale Kurzvideos, die sowohl als Grundlage für die weitere inhaltliche und gestalterische Arbeit dienen als auch teilweise bereits für die Veröffentlichung geeignet sind. Die Präsentation der Reels am Ende der Fortbildung sorgte für viel Applaus und manche Heiterkeit.
In der Reflexion wurde deutlich, dass vor allem die Ressource Zeit fehlt, um erprobte Ansätze im Arbeitsalltag weiterzuentwickeln und umzusetzen – Zeit zum Üben, aber auch Zeit, um dies in die alltäglichen Abläufe zu integrieren. Hinzu kommt, dass im eigenen Arbeitsumfeld oftmals das Verständnis dafür fehlt, was es heißt, Content für Social Media zu erstellen. Ein „Ändere doch bitte noch diese Kleinigkeit“ zieht meist noch einmal viel Arbeit nach sich. Hier braucht es ein Umdenken. Aber auch einen Vertrauensvorschuss, dass Creator*innen einen guten Blick dafür haben, was die jeweiligen Einrichtungen transportieren möchten. Eine Frage, die sich damit verbindet, ist, wie andere Kolleg*innen in die Prozesse eingebunden werden können. Redaktionsbesprechungen, Redaktionskalender, klare Absprachen und Zuständigkeiten können helfen, die Arbeit zu erleichtern.
Die Teilnehmer*innen gehen mit viel Inspiration, neuen Ideen und Anregungen in ihren Arbeitsalltag zurück und nehmen neben neuem Wissen ihre Reels und neue Kontakte mit. Die Atmosphäre war sehr wertschätzend und konstruktiv, wozu nicht zuletzt die beiden Referent*innen beigetragen haben, die souverän, unterstützend und – bei aller Zeitknappheit – mit großer Ruhe die Prozesse begleitet haben.
Ein großer Dank an alle, die dabei waren!