Gruppe von sieben Personen steht auf einer Treppe vor einem weißen Haus mit großen Fenstern und Geländer

Fachgruppentreffen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Bredbeck

Die Fachgruppe „Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt“ des bundesweiten Programms „Politische Jugendbildung im AdB“ traf sich vom 16. bis 18. September in der Bildungsstätte Bredbeck zum fachlichen Austausch, für Praxiseinblicke und zur gemeinsamen Weiterentwicklung queerer Jugend- und Bildungsarbeit.

Im Mittelpunkt des Treffens in der Bildungsstätte Bredbeck stand der fachliche Austausch über aktuelle Themen der queeren Jugend- und Bildungsarbeit sowie über Entwicklungen in den Arbeitsfeldern der teilnehmenden Jugendbildungsreferent*innen. Gemeinsam wurden Vorhaben und Rahmenbedingungen politischer Jugendbildung besprochen. Die Gruppe reflektierte die Arbeit der vergangenen Monate, tauschte Erfahrungen aus und blickte auf Erfolge und offene Fragen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Vernetzung und gegenseitige Unterstützung für Fachkräfte sind, die zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt arbeiten.

Ein Schwerpunkt des Treffens waren Praxiseinblicke in die queere Bildungs- und Jugendarbeit in Bremen und Lilienthal. Im Mittelpunkt stand dabei unter anderem die Arbeit des Vereins Queeraspora e. V., der gemeinsam mit queeren migrantischen Personen Angebote entwickelt und queer-migrantisches Empowerment stärkt. Im Austausch ging es insbesondere um Selbstorganisation, Mehrfachzugehörigkeiten und den Umgang mit Diskriminierungserfahrungen.

Auch der Besuch bei der Kommunalen Jugendarbeit Lilienthal, die u.a. regelmäßig eine queere Jugendgruppe und einen offenen Jugendtreff für alle umsetzen, bot wertvolle Impulse. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die Arbeit mit queeren und nicht-queeren Jugendlichen vor Ort. Hierbei wurde auch die Bedeutung verlässlicher Orte für junge Menschen deutlich. Besonders eindrücklich war das Engagement der pädagogischen Fachkräfte, die trotz begrenzter Ressourcen Räume schaffen und erhalten, in denen queere Jugendliche sich sicher fühlen, sich begegnen und entfalten können.

Der Erfahrungsaustausch unter den Jugendbildungsreferent*innen der Fachgruppe und die Praxiseinblicke zeigten, wie notwendig sichtbare und langfristig abgesicherte Angebote für queere junge Menschen sind. Angesichts immer weiter zunehmender Sichtbarkeit queerfeindlicher und rechter Positionen braucht es Orte der Begegnung, Vernetzung und Unterstützung für queere Zielgruppen.

Als zentralen Impuls für die eigene Arbeit nahm die Fachgruppe außerdem mit, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Bildungsstätten, selbstorganisierten Initiativen, Vereinen und Jugendgruppen ist. Queere Vereine und Jugendgruppen verfügen über Erfahrungswissen zu Lebensrealitäten, Diskriminierungserfahrungen und Bedarfen queerer Menschen sowie über gewachsene Zugänge zu Communities. Bildungsstätten bringen pädagogische Expertise, räumliche und institutionelle Ressourcen sowie etablierte Strukturen ein. Gerade in Zeiten von Mittelkürzungen kann Bündnisarbeit diese Ressourcen zusammenführen, Doppelstrukturen vermeiden und so tragfähige Angebote ermöglichen. Die Praxisbesuche eröffneten Gespräche über mögliche gemeinsame Angebote der politischen Jugendbildung im Themenfeld „geschlechtliche und sexuelle Vielfalt“ und für weitere Formen der Zusammenarbeit.

Die Fachgruppe „geschlechtliche und sexuelle Vielfalt“ ist Teil des bundesweiten Programms „Politische Jugendbildung im AdB“. Dieses wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend über den Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert.

Ihre Ansprechperson

Rebecca Arbter
Rebecca Arbter

Rebecca Arbter

Referentin für politische Jugendbildung,
Leitung des Programms "Politische Jugendbildung im AdB"

Telefon: +49 30 40040130
E-Mail: arbter [at] adb.de (arbter[at]adb[dot]de)