Mann im Anzug spricht an Rednerpult auf großer Bühne mit Gebärdensprachdolmetscherin, Leinwand mit Livebild und Schrift, Publikum im Vordergrund.

„Demokratie braucht Inklusion“: AdB auf Jahresempfang des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Am Dienstag, den 19. Mai 2026, war der AdB zum Jahresempfang des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, in der Alte Münze in Berlin-Mitte eingeladen. Unter dem Motto „Demokratie braucht Inklusion“ bot die Veranstaltung Raum für wichtige politische Impulse, persönliche Begegnungen und zahlreiche Gespräche rund um Inklusion und Barrierefreiheit.

In seinem Willkommenswort fand Jürgen Dusel deutliche Worte zur aktuellen Debatte um das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und wirtschaftliche Interessen: „Es ist gefährlich, dass wirtschaftliche Interessen im Grunde ausgespielt werden gegen Menschenrechte von Menschen mit Behinderung.“

Auch zu den geplanten Kürzungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung äußerte sich der Bundesbehindertenbeauftragte deutlich. Er unterstrich, dass es das Recht eines jeden Menschen sei zu entscheiden, wo, wie und mit wem er oder sie leben will. Die jetzt bekannt gewordenen Kürzungspläne bezeichnete er als „fantasie- und einfallslos“.

Mit Blick auf Politik und Verwaltung appellierte Dusel eindringlich an die Verantwortlichen, dafür Sorge zu tragen, dass das Wunsch- und Wahlrecht, dass das SGB VIII vorsieht, erhalten bleibt. Nicht Leistungen müssten zurückgefahren werden, sondern bürokratische Hürden und Misstrauen gegenüber Leistungsempfänger*innen.

Auch Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) Karin Prien setzte in ihrem Grußwort ein starkes Zeichen für Inklusion und Teilhabe. Sie erklärte die Barrierefreiheit eines Landes zum Maßstab seiner Menschenwürde und betonte: „Wie barrierefrei ein Land ist, ist ein Maßstab der demokratischen Qualität eines Landes.“

Mit diesen Worten machte Karin Prien deutlich, warum sich der AdB mit dem Projekt SPREAD für Barrierefreiheit in der politischen Bildung einsetzt.

Einen besonders bewegenden Beitrag lieferte außerdem die Autorin Sabrina Lorenz (@fragments_of_living). In einer poetischen Utopie für ihre zukünftige Tochter mit Behinderung entwarf sie eine Welt ohne Ausgrenzung und Barrieren. Als selbst herzkranke Aktivistin arbeitet Lorenz zu den Themen Inklusion, Ableismus, Barrierefreiheit und Medizinkommunikation.

Beim anschließenden Get-together bot sich zudem die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit Vertreter*innen der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V. (ISL) und mit dem Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter e. V. (Bifos). Dabei wurden bestehende Kooperationen vertieft und Perspektiven für zukünftige gemeinsame Projekte diskutiert.

Für den AdB war Antje Barten als Referentin für das Projekt SPREAD – Sensibilisierung, Politische Bildung, Reflexion, Empowerment, Ableismus-Dekonstruktion beim Empfang vertreten.

Ihre Ansprechperson

Antje Barten

Projektleitung

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