Eine Gruppe von Menschen steht und sitzt auf einer Terrasse vor einer Hauswand, die dicht mit grünem Efeu bewachsen ist. Im Hintergrund sind große Fenster und eine Tür zu sehen.

DARE Network: Trends Lab und Generalversammlung – Politische Bildung in Europa

Vom 26. bis 29. Mai 2026 fand das diesjährige Trends Lab in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein e. V. statt. Engagierte Fachleute aus über zehn Ländern diskutierten aktuelle Themen wie Friedensbildung, Digitalisierung, Information Disorder, Intersektionalität und die Rolle der Zivilgesellschaft. 

DARE – Democracy and Human Rights Education in Europe ist ein europäisches Netzwerk mit Mitgliedern aus über zwanzig Ländern. Das 2003 gegründete Netzwerk vertritt die Anliegen von außerschulischer politischer Bildung und Menschenrechtsbildung auf europäischer Ebene und setzt sich für ihre Anerkennung und Weiterentwicklung ein. Das jährliche Trends Lab bildet einen zentralen Baustein im Jahresprogramm des Netzwerks, der zugleich das Kennenlernen, den Austausch und die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene fördert. 

Während des viertätigen Treffens hatten die Mitglieder die Möglichkeit, eigene Ansätze und Methoden vorzustellen, mit anderen auszuprobieren und Feedback zu erhalten. Zudem bot sich die Gelegenheit, sich über die Wirksamkeit politischer Bildung in den im Netzwerk vertretenen Ländern auszutauschen und Herausforderungen sowie Entwicklungen zu diskutieren. Das Treffen ermöglichte es auch, sich weiter zu vernetzen, gemeinsame Projekte zu initiieren und Unterstützung anzubieten. Der persönliche Austausch stärkt das Netzwerk und schafft neue Verbindungen zwischen den Mitgliedern. 

Im Rahmen des DIYW-Road-Projekts im AdB präsentierte Nils-Eyk Zimmermann das Handbuch zur digitalen politischen Bildung „Mehr als mit dem Strom schwimmen“, das aus einem internationalen Diskursprozess hervorgegangen ist. Es wird in sechs Sprachen zur Verfügung gestellt und aktuell in Deutsch und Englisch gedruckt. Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion stand die Frage, wie politische Bildung angesichts von Plattformisierung, Polarisierung und Information Disorder zur Stärkung einer resilienten Informationsgesellschaft beitragen kann.

Wie das Treffen aus der Perspektive einer Teilnehmerin wahrgenommen wurde, beschreibt Anna Hofelich, Praktikantin in der Geschäftsstelle des AdB und Studentin der Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg, in ihrem folgenden Resümee:

„Am Donnerstag hatte ich die Möglichkeit einen Einblick in das Trends Lab des DARE Network zu gewinnen. Nach einer gemeinsamen Runde und einem schwungvollen Start in den Tag, fand der erste Workshop des Tages das Thema „Intersektionalität“ (Roberta ZambelliCCI Trento) statt. Zu Beginn des Workshops sollten wir eine kleine Mindmap anfertigen, in der wir 3–5 Merkmale benennen, die unsere Identität konstituieren, wie zum Beispiel Geschlecht oder Religion. Nach einem kurzen Input zum Konzept der Intersektionalität, lagen uns verschiedene Modelle vor, die versuchten, das Konzept der Intersektionalität zu erfassen. Da die Modelle jedoch alle amerikanisch geprägt waren, erhielten wir die Aufgabe, sie für den europäischen Kontext anzupassen. Europa unterscheidet sich als Kontinent mit vielen verschiedenen Nationalsprachen fundamental von den USA und Nordamerika insgesamt. Daher bekommen – im Gegensatz zu den amerikanischen Modellen mit einem starken Fokus auf die englische Sprache – die jeweiligen Sprachen der Länder eine stärkere Bedeutung.

Im Workshop zu „Peace Education“ (Salome Adamia, Edunet KLH) arbeiteten wir unsere persönlichen Definitionen von Frieden heraus. Hierbei wurde im nächsten Schritt besonders auf das Konzept des „positiven Friedens“ als nicht nur die Abwesenheit von Krieg und direkter Gewalt, sondern auch als Abwesenheit von Unterdrückung, Ungerechtigkeit und struktureller Gewalt, eingegangen. Im selben Kontext beschäftigten wir uns auch mit unterschiedlichen Formen von Gewalt und gingen hierbei auf direkte, strukturelle und kulturelle Gewalt ein. Abschließend teilten wir unsere Ideen zu einem eigenen Friedensbildungsprogramm, welches auch direkte Handlung beinhaltet.

Am Nachmittag testeten wir das „RFCDC Competence Card Game“ (Sabine Jenni, demokrative). Hierbei sollten wir als Gruppe herausfinden, welche Kompetenzen ein*e Mitspieler*in als besonders essenziell für verschiedene (fiktive) Situationen und Herausforderungen bewertet. 

Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion des DARE-Boards zur Rolle von Zivilgesellschaft und NGOs heutzutage. Ein abschließender Überblick über den Tag und ein gemeinsames Foto mit anschließendem Abendessen rundeten das Programm ab.“

Parallel zum TrendsLab tagte die Vorbereitungsgruppe der internationalen Konferenz Critical Youth Work 2026, eine Kooperation der Stiftung „Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar“ (EJBW), der AdB-Fachkommission Europäische und internationale Bildungsarbeit sowie DARE network.

Am letzten Tag des gemeinsamen Treffens fand die Generalversammlung des DARE Network statt, bei der die Mitglieder unter anderem die Weichen für die Weiterentwicklung und Professionalisierung des Netzwerks stellten. 

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Georg Pirker
Georg Pirker

Georg Pirker

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