Bundeshaushalt 2026: KJP steigt – AdB fordert weitere Dynamisierung
Der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB) bewertet den am 30. Juli 2025 vom Bundeskabinett beschlossenen Regierungsentwurf für den Haushalt 2026 für den Bereich des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) als wichtigen Schritt. Der Etat des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) soll demnach 14,72 Milliarden Euro betragen – 522 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Kinder- und Jugendplan leicht gestärkt
Dem Einzelplan 17 (BMBFSFJ) 2026 ist zu entnehmen, dass der Kinder- und Jugendplan (KJP) um insgesamt 7,5 Mio. Euro aufgestockt wird. Auf den Titel „10.1 Kinder- und Jugendarbeit“, aus dem auch der AdB gefördert wird, entfallen davon knapp 1,7 Mio. Euro. Wie diese zusätzlichen Mittel konkret verteilt werden, ist noch offen. Während die Jugendwerke leichte Kürzungen hinnehmen müssen, verzeichnen die Freiwilligendienste einen Aufwuchs.
Der beschlossene Anstieg des Kinder- und Jugendplans stellt zwar einen Schritt in die richtige Richtung dar, erreicht jedoch noch nicht das im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD festgeschriebene Ziel einer zehnprozentigen Erhöhung. Um den wachsenden Anforderungen in der Bildungs- und Jugendarbeit gerecht zu werden, ist eine spürbare und nachhaltige Dynamisierung erforderlich. Entscheidend wird nun sein, die vorhandenen Mittel zielgerichtet einzusetzen.
Trägerförderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung
Die Mittel für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sind Teil des Einzelplans 6 (Bundesministerium des Innern). Hier finden sich im Titel „Zuschüsse für laufende Zwecke an soziale und ähnliche Einrichtungen“ 15,416 Mio. Euro für die Trägerförderung. Davon sind in den Haushaltsjahren 2027–2029 insgesamt 9 Mio. Euro bereits durch Verpflichtungsermächtigungen gebunden.
Blick in die Zukunft: drohende Lücken
Der AdB weist darauf hin, dass für die Jahre 2027 und 2028 erhebliche Lücken im Bundeshaushalt erwartet werden. Die im Koalitionsvertrag geforderte Dynamisierung des Kinder- und Jugendplans scheint bisher unsicher. „Es steht eher zu befürchten, dass in den kommenden Jahren harte Auseinandersetzungen über die Haushaltsplanungen bevorstehen“, so Ina Bielenberg, AdB-Geschäftsführerin.
Der AdB wird die Umsetzung der Haushaltsmittel aufmerksam begleiten und setzt darauf, dass die geplanten Investitionen nachhaltig zur Stärkung von Kindern, Jugendlichen und zur Bildungsgerechtigkeit beitragen.