Barrieren im Blick – Haustechniker*innen der Bildungsstätten denken neu über das Thema Inklusion nach
Mit spürbarer Aufbruchsstimmung begann am 8. Oktober 2025 in der Bildungsstätte Bredbeck die dreitägige AdB-Fachtagung für die in der Haustechnik der Mitgliedsorganisationen verantwortlichen Fachkräfte. Schon im Vorfeld war klar: Das Thema trifft den Nerv aller Häuser. Die Nachfrage war so groß wie nie – ein starkes Signal dafür, welchen Stellenwert Barrierefreiheit in Bildungsstätten inzwischen einnimmt.
Bereits der Auftakt in der Bildungsstätte Bredbeck machte deutlich, dass die Teilnehmenden nicht nur Informationen abholen, sondern auch mitdenken, mitdiskutieren und mitgestalten wollten.Die Inputs zur Vielfalt von Behinderungen und zu den technischen Anforderungen waren fachlich fundiert und öffneten den Blick für neue Perspektiven, vom Leitsystem über Akustik bis hin zu Notruf- und Zugangstechnologien. Die Beispiele machten deutlich, dass Veränderungen notwendig sind.
Besonders geschätzt wurde das, was in vielen Fortbildungen zu kurz kommt: das praktische Ausprobieren. Die Gruppe erkundete gemeinsam sichtbare wie versteckte Barrieren auf dem Gelände und im Gebäude. Rampen, Türen, Wegführungen, Lichtverhältnisse, Beschilderung, alles wurde kritisch unter die Lupe genommen. Dabei stand nicht nur das Beobachten im Mittelpunkt, sondern auch die eigene Erfahrung. Diese führte zu einem Perspektivwechsel, der im Alltag spürbar Wirkung zeigen kann. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie von der Tagung mit neuen Ideen und einer klareren Vorstellung abreisten, wie schon kleine Veränderungen im eigenen Haus große Wirkung entfalten können.
Auch die Auseinandersetzung mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Bereich Haustechnik brachte wertvolle Impulse. Praktische Erfahrungen aus den Häusern, rechtliche Rahmenbedingungen und gelungene Integrationsmodelle zeigten, dass Inklusion auch im technischen Bereich nicht nur möglich, sondern bereichernd ist, sowohl für Teams als auch für die gesamte Einrichtung.
Abgerundet wurde die Tagung durch einen regen kollegialen Austausch: Gute Produkte, hilfreiche Werkzeuge, clevere Lösungen und Erfahrungen aus dem Alltag, alles kam auf den Tisch. Ein Ideenbuffet, von dem die Teilnehmenden sichtbar motiviert und gut gefüllt in die Heimreise gingen.
Diese Tagung hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern Bewegung ausgelöst. Mehr Teilnehmende, mehr Austausch, mehr Bewusstsein und vor allem mehr Lust darauf, Bildungsstätten wirklich für alle zugänglich zu machen.
In diesem Jahr fand die Tagung im Kontext des AdB-Projekts „SPREAD – Sensibilisierung, Politische Bildung, Reflexion, Empowerment, Ableismus-Dekonstruktion“ statt, das sich zum Ziel gesetzt hat, im Sinne der diversitätsorientierten Verbandsentwicklung dazu beizutragen, Strukturen und Angebote politischer Bildung für Menschen mit Behinderung zugänglicher zu machen.
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