Im Rahmen des Projekts sind zwei Koordinierende mit der Projektverantwortung betraut. Im Fokus liegt der strukturierte Aufbau des Projekts, wobei verschiedene Maßnahmen und Initiativen umgesetzt werden.
Zur Expertise trägt die Steuerungsgruppe bei, die mit ihren Erfahrungen den diversitätsorientierten Organisationsentwicklungsprozess im Verband unterstützt. Sie bietet kollegiale Beratung, schafft einen lebendigen Raum für den Austausch und setzt gezielte Impulse für Kooperationen. Darüber hinaus bringt sie relevante Fachdiskurse ein, unterstützt mit Literatur und Methoden, um den Projektaufbau zu gestalten.
Das Projekt SPREAD ist bis Ende 2028 angelegt und wird durch „Demokratie leben!“ gefördert (vorbehaltlich der jährlichen Bewilligung).
Gemeinsam lernen – Barrieren abbauen: SPREAD legt im ersten Projektjahr wichtige Grundlagen für die Weiterarbeit in 2026
Das Projekt ist das einzige Projekt innerhalb des "Demokratie leben!"-Programms, welches den inhaltlichen Schwerpunkt auf das Thema Ableismus legt.
Es baut auf vorangegangenen Erfahrungen von diskriminierungskritischer Organisationsentwicklung im AdB auf und vertieft insbesondere die Auseinandersetzung mit ableismuskritischer Veränderungsprozessen in den Mitgliedsorganisationen des AdB. SPREAD trägt dazu bei, das Recht auf Bildung für alle, insbesondere für Menschen mit Behinderungen, zu stärken. Dabei kommt der politischen Bildung eine besondere Bedeutung zu.
Das erste Jahr war insbesondere vom Aufbau von Kontakten, von ersten Schritten beim Barrierenabbau und vom gemeinsamen Lernen geprägt.
Verbandsweite Aktivitäten geben Raum zum Lernen und Begegnen
Das Projekt bietet im Rahmen von Tagungen und Fortbildungen die Möglichkeit, gemeinsam zu lernen und sich miteinander zu vernetzen, wie die folgenden Beispiele zeigen:
Die Kick-Off-Tagung des Projekts verband einen emotionalen-künstlerischen Zugang mit Forderungen behinderter Expert*innen und mit der Arbeit an konkreten Möglichkeiten in der politischen Bildung. Als Auftaktevent verfolgte die Veranstaltung zugleich das Ziel, als positives Beispiel die Möglichkeiten barrierearmer und diskriminierungssensibler Veranstaltungsplanung aufzuzeigen. Bei der Fortbildung für die Hauswirtschaftsleitungen in den AdB-Mitgliedseinrichtungen gab eine Referentin des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben Köln einen praktischen Einblick in die Situation von Menschen mit Beeinträchtigung, die eine Bildungsstätte besuchen. Die Fortbildung für Haustechniker*innen in Bildungsstätten hatte mit Begehung und Austausch bauliche Barrieren in den Häusern im Fokus. Durchgeführt in Tagungshäusern des AdB trugen die Veranstaltungen im direkten Praxisaustausch zum Barrierenabbau vor Ort bei. Die Fortbildung „Barrierefreie Öffentlichkeitsarbeit. Gestalten – prüfen – Künstliche Intelligenz nutzen“ für Kolleg*innen, die in den AdB-Mitgliedseinrichtungen für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media zuständig sind, stellte sich dem Thema Barrierefreiheit im digitalen Raum.
Mitgliedseinrichtungen und Geschäftsstelle erarbeiten Veränderungen
Dass Zusammenkommen und gemeinsames Arbeiten oft die Beseitigung von baulichen Barrieren voraussetzt, wurde mit Vervollständigung des Projektteams deutlich: Da das unter Denkmalschutz stehende Haus der Jugendarbeit und Jugendhilfe weder über einen stufenfreien Eingang, noch eine rollstuhlfreundliche Toilette verfügte, wurde beides mit Hilfe von Handwerker*innen und mobiler Rampe angepasst.
Das Thema „Reduktion von Barrieren“ wurde auch in Häusern von Mitgliedsorganisationen angegangen und konnte im Rahmen des Projekts durch die Weiterleitung von Mitteln unterstützt werden.
Die folgenden Themen zeigen einen Ausschnitt dessen, was in 2025 von Mitgliedseinrichtungen er- und bearbeitet wurde:
- Begehungen von Gebäude und Gelände und Veränderungen für mehr Barrierefreiheit und bessere Orientierung
- Reflexion der Ankommenssituation und Veränderung hin zu einem einladenden und niedrigsschwelligem ersten Besuch
- Grundlagen der Gebärdensprache, der Einfachen und Leichten Sprache im Team
- Barrierenreduktion mit Blick auf Informationen in Texten, Videos, Audios und KI
- Fortbildung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zu den Themen Ableismus, Diskriminierung, Neurodivergenz und Intersektionalität
- ableismuskritische Analyse und Reflexion eigener Organisationsstrukturen, Bildungsmaterialien und Methoden
Deutlich wurde bisher, dass es ein großes Interesse am Thema Ableismus, viel Engagement im Verband und darüber hinaus gibt, was sich zum Beispiel an der großen Zahl von Teilnehmenden von Organisationen außerhalb des AdB zeigt. Viele Prozesse konnten angestoßen werden. Deutlich ist aber auch, dass mit personellen, inhaltlichen und finanziellen Ressourcen kontinuierlich am Thema weitergearbeitet werden muss.
Die ersten Erfahrungen, konkreten Projekte, das Interesse und das Engagement sind die Basis für die weitere Arbeit im Projekt und die Voraussetzung für die gemeinsame Weiterentwicklung der vielfältigen und inklusiven Gesellschaft.
Projektphase 2026
In 2026 werden 15 Mitgliedsorganisationen des AdB in ihren Tagungshäusern und Bildungswerken ableismuskritische Vorhaben (Begehungen zur Barrierefreiheit, Reflexion der Bildungsmaterialien, Fortbildungen zu leichter Sprache, etc.) umsetzen.
Mit dabei sind:
- Europahaus - Deutsch-Niederländische Heimvolkshochschule e. V.
- Alte Feuerwache e. V./ Jugendbildungsstätte Kaubstraße
- Schloß Trebnitz e. V.
- ijgd Bundesverein e. V.
- Historisch-ökologische Bildungsstätte Emsland in Papenburg e. V.
- Soziale Bildung e. V.
- Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e. V.
- Anne Frank Zentrum
- HochDrei e. V.
- Stiftung wannseeFORUM
- Willi-Eichler-Akademie e. V.
- lila_bunt - Feministische Bildung, Praxis & Utopie e. V.
- Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
- Politische Bildungsstätte Helmstedt
- Europäische Akademie Berlin e. V.
Projektphase 2025
Welche Themen stehen im Fokus?
Der Projektzyklus 2025 setzte verschiedene Schwerpunkte, um Barrieren sichtbar zu machen, abzubauen und nachhaltige Veränderungen anzustoßen:
- Einführung in die Gebärdensprache
- Begehungen und Beratung zu Barrierefreiheit vor Ort
- Fortbildung zu Leichter Sprache
- Sensibilisierung zu Diskriminierung und Ableismus
- Anpassung von Materialien für mehr Zugänglichkeit
- Ableismuskritische Organisationsentwicklung
Ziel war es, Wissen zu teilen, Bewusstsein zu schaffen und konkrete Werkzeuge bereitzustellen, um Barrierefreiheit langfristig zu verankern.
In der Projektphase 2025 arbeiteten unterschiedliche Akteur*innen aus 14 AdB-Mitgliedsorganisationen zusammen – von Fachkräften aus Bildung und Beratung bis hin zu Menschen mit eigener Erfahrung in Barrierefreiheit und Inklusion. Gemeinsam entwickelten wir neue Perspektiven und Ansätze.
Konkret waren das:
- Akademie Frankenwarte - Gesellschaft für politische Bildung e. V.
- Alte Feuerwache e. V. - Jugendbildungsstätte Kaubstraße
- Bewegungsakademie e. V.
- Bildungsstätte Bredbeck – Heimvolkshochschule des Landkreises Osterholz
- Europäische Akademie Berlin
- Europahaus Aurich
- Gustav-Stresemann-Institut in Niedersachsen e. V. - Europäisches Bildungs- und Tagungshaus Bad Bevensen
- Herbert-Wehner-Bildungswerk e. V.
- Historisch-Ökologische Bildungsstätte Emsland in Papenburg e. V.
- Internationale Jugendgemeinschaftsdienste – ijgd-Bundesverein e. V.
- lila_bunt - Feministische Bildung, Praxis & Utopie e. V.
- mediale pfade.org - Verein für Medienbildung e. V.
- Stiftung 'Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar'
- Stiftung wannseeForum
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