Bitte beachten: Vorgaben, Verfahren und Ansprechstellen zum Kinder- und Jugendschutz können je nach Bundesland unterschiedlich geregelt sein. Bitte informieren Sie sich daher ergänzend immer über die jeweils geltenden Regelungen, Empfehlungen und Unterstützungsangebote in ihrem Bundesland.
Die bereitgestellten Informationen ersetzen keine individuelle Beratung und keine Rechtsberatung. Bei konkreten rechtlichen Fragen, Verdachtsfällen oder akuten Schutzbedarfen sollten geeignete Fachberatungsstellen, zuständige Behörden oder insoweit erfahrene Fachkräfte einbezogen werden.
Aktuelle rechtliche Entwicklungen auf Bundesebene
Zum 1. Juli 2025 ist das Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Kraft getreten. Damit werden Prävention, Hilfen für Betroffene und die Aufarbeitung sexueller Gewalt gesetzlich gestärkt.
Landesspezifische Regelungen
Die rechtlichen Anforderungen an Kinderschutzkonzepte unterscheiden sich je nach Bundesland. Die Ländersteckbriefe des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) bieten einen strukturierten Überblick über gesetzliche Grundlagen, zuständige Stellen und weiterführende Informationen für alle Bundesländer.
Fachstellen
Für die Entwicklung und Weiterentwicklung von Kinder- und Jugendschutzkonzepten kann es sinnvoll sein, externe Fachberatung einzubeziehen. Dies gilt insbesondere bei Fragen zu sexualisierter Gewalt, Risiko- und Potenzialanalysen, Beschwerdewegen, Interventionsplänen oder der Verankerung von Schutzkonzepten im Alltag der Einrichtung.
Die folgenden Hinweise bieten eine erste Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Beratung, können aber helfen, geeignete Anlaufstellen zu finden.
Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch / Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch
Das Hilfe-Portal bietet eine bundesweite Suche nach Beratungsstellen vor Ort. Das Hilfe-Telefon unterstützt Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und Institutionen bei Fragen zu sexualisierter Gewalt und kann bei der Suche nach geeigneten Fachberatungsstellen helfen.
Deutscher Kinderschutzbund
Der Deutsche Kinderschutzbund und seine Landes- und Ortsverbände setzen sich bundesweit für die Rechte und den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein. Viele Landes- und Ortsverbände bieten Beratung, Fortbildungen, Materialien oder fachliche Unterstützung im Kinderschutz an.
Die Kinderschutz-Zentren
Die Kinderschutz-Zentren sind bundesweit aktiv und bieten Beratung, Qualifizierung und fachliche Expertise zu Fragen des Kinderschutzes. Sie unterstützen Fachkräfte und Institutionen unter anderem bei Fragen zu Gefährdungseinschätzung, Prävention, Intervention und wirksamen Schutzstrukturen.
Für Einrichtungen der außerschulischen politischen Bildung können die Kinderschutz-Zentren eine wichtige fachliche Orientierung bieten, insbesondere wenn es um die Einschätzung von Schutzbedarfen oder die Weiterentwicklung institutioneller Verfahren geht.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e. V. (BAJ)
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) setzt sich für den Schutz, die Stärkung und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein. Als bundesweite Fachorganisation vertritt sie die Anliegen des Kinder- und Jugendschutzes in Politik und Gesellschaft, fördert Prävention und Aufklärung und unterstützt Fachkräfte, Eltern sowie Einrichtungen mit fundierter Expertise, Publikationen, Veranstaltungen und Vernetzung. Ihr Ziel ist es, jungen Menschen ein sicheres, gesundes und selbstbestimmtes Aufwachsen zu ermöglichen.
Digitale Risiken und Schutz in Online-Räumen
Die folgenden Materialien und Portale bieten Orientierung dazu, wie digitale Risiken in Schutzkonzepten berücksichtigt und Schutzstrukturen auch für Online-Räume weiterentwickelt werden können.
Schutzkonzepte für den digitalen Raum – Kein Raum für Missbrauch
Das Portal bietet Informationen und Materialien zur Weiterentwicklung von Schutzkonzepten mit Blick auf digitale Räume und Kommunikationsformen.
Schutzkonzepte für den digitalen Raum – Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs
Die Handreichung gibt fachliche Hinweise dazu, wie Schutzkonzepte digitale Risiken und digitale Kommunikationsräume einbeziehen können.
Arbeitshilfe „Digitale Aspekte in Schutzkonzepten“ – Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW
Die Arbeitshilfe unterstützt Einrichtungen dabei, digitale Aspekte systematisch in Schutzkonzepten mitzudenken und konkrete Schutzmaßnahmen für digitale Räume zu entwickeln.