Die Städtepartnerschaft bringt nun bereits im dritten Durchgang Jugendliche aus Frankreich, Polen und Deutschland zusammen. Während in den ersten zwei Jahren alle Begegnungen in den drei Ländern innerhalb eines Jahres stattfanden, wechseln sich die Städte inzwischen ab: Jedes Jahr in den Sommerferien wird die Begegnung in einer der Partnerstädte ausgerichtet. Letztes Jahr gab Weimar den Startschuss, in diesem Jahr war Zamość Gastgeber, und 2026 geht es nach Frankreich, nach Blois.

Initiierte wurde das Austauschprogramm durch die Europäischen Jungendbildungs- und Begegnungsstätte Weimar (EJBW). Gemeinsam mit den Stadtverwaltungen sowie der Stiftung Sztukateria Idealna organisiert die EJBW den diesjährigen Jugendaustausch. Danke der finanziellen Förderung des Deutsch-Polnischen und des Deutsch-Französischen Jugendwerks können insbesondere Jugendliche mit besonderem Förderbedarf an dem Austausch teilnehmen.

Inhaltlich beschäftigen sich die Jugendlichen mit den Themen „Europa“, „Demokratie“, „Partizipation“ und „Vielfalt“. Dabei geht es nicht nur um theoretische Auseinandersetzungen, sondern auch darum, wie junge Menschen ihre Anliegen direkt in den politischen Dialog einbringen können. So erarbeiteten sie gemeinsam Fragen, die sie bei einem geplanten Treffen mit dem Stadtpräsident Rafał Zwolak sowie weiteren Vertreter*innen des Stadtrats stellten. Für einige war es eine neue Erfahrung, sich mit eigenen Vorschlägen auf kommunaler Ebene einzubringen, während andere bereits in Jugendparlamenten aktiv sind und eigene Projekte in ihrer Gemeinde umsetzen. Dadurch kamen sehr unterschiedliche Interessen und Erfahrungen zum Vorschein: Eine Gruppe wollte wissen, was genau die Aufgaben eines Bürgermeisters sind („What does the mayor do exactly?“), eine andere fragte nach Strategien zur Verbesserung der Bildungsqualität („What strategy do you use to improve the education quality?“), und eine dritte interessierte sich für den Einsatz sozialer Medien in der Politik („How do you use the social media in your political actions?“).

Neben diesen gemeinsam erarbeiteten Fragen hatten die Jugendlichen auch die Möglichkeit, persönliche Anliegen einzubringen. Dabei ging es etwa um die Verbesserung der Luftqualität und des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt oder um den Umgang mit Diskriminierung gegenüber Ausländern.

Besonders spannend ist der Austausch über diese unterschiedlichen Erfahrungen, der allen neue Perspektiven eröffnet. Letztes Jahr in Weimar beteiligten sich die Jugendlichen beispielsweise an einer Demonstration für Demokratie und Vielfalt: Sie hielten eine gemeinsame Rede auf Deutsch und Englisch und gestalteten Plakate.

Neben dem thematischen Austausch bleibt auch Raum für gemeinsame Freizeitaktivitäten: Ob am See, auf dem Volleyballfeld oder bei einem Aktionstag mit Kajaktouren und kreativen Workshops – solche Erlebnisse schaffen Vertrauen, überwinden Barrieren und stärken den Teamgeist. Jedes Jahr bringen die Jugendlichen zudem eigene Ideen für Aktivitäten ein und gestalten so die Begegnung aktiv mit.