“Demokratie
braucht
politische Bildung”

In der vertrackten Tiefe der Zugänge

Die Mitglieder der Kommission Europäische und Internationale Bildungsarbeit
Foto: Gertrud Gandenberger
25.02. 2019

AdB-Fachkommission Europäische und Internationale Bildungsarbeit tagt in Bredbeck

Am 21. und 22. Februar 2019 trafen sich die Mitglieder der AdB-Fachkommission Europäische und Internationale Bildungsarbeit zur Frühjahrstagung in der Bildungsstätte Bredbeck – Heimvolkshochschule des Landkreises Osterholz. Im Mittelpunkt der Tagung standen die Ergebnisse der Zugangsstudie „Warum nicht? Studie zum Internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren“.

 

Die Mitglieder der Fachkommission diskutierten mit Andreas Rosellen von transfer e. V. die Ergebnisse und Befunde der Zugangsstudie, die über mehrere fundierte Tiefen- und Teilanalysen Aussagen trifft über das Teilnahmepotenzial von am internationalen Jugendaustauch interessierten jungen Menschen. Interessant waren für die Kommissionsmitglieder insbesondere die Befunde der sogenannten Geisterhypothesen, also Annahmen die über Zugangsvoraussetzungen zur Internationalen Jugendarbeit (IJA) unter denen kursieren, die nicht teilnehmen. Diese Annahmen finden in der konkreten Praxis jedoch keine Bestätigung.

 

Diese Geisterhypothesen (Luxus, nicht gut genug etc.) erfahren durch den Fachdiskurs über IJA selbst z. T. eine ungewollte Bestätigung. Als große Frage kristallisiert sich für das Feld der IJA in der politischen Bildung u. a. die Diskrepanz zwischen erwarteten Informationsressourcen der Teilnehmenden und den von den Trägern/Anbietern vermuteten Informationswegen hin zu den Teilnehmenden heraus.

 

Interessant ist die Zugangsstudie auch für politische Bildung allgemein, denn es ist zu vermuten, dass die Befunde sich auch auf die Fragen der Teilnehmendenorientierung und -gewinnung im Feld politischer Jugendbildungsarbeit übertragen lassen. Hier wäre u. a. hervorzuheben, dass es eben keine spezifische Zielgruppe gibt, die insbesondere angesprochen werden sollte, sondern dass sich die Teilnehmenden mit potenziellem Interesse für die Teilnahme an Formaten und Angeboten über alle Jugendmilieus gleichermaßen auffächert und die Zugangshemmnisse relativ gleich über die Gesamtheit jugendlicher Milieus verteilt sind.

 

Die Zugangsstudie ist als Teil der Initiative „Chancen eröffnen durch Austausch und Begegnung“ eingebettet in die Jugendstrategie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“. Ermöglicht wurde die Zugangsstudie durch die Robert Bosch Stiftung und das BMFSFJ.

 

Im Fortgang der Sitzung beschäftigten sich die Kommissionsmitglieder u. a. mit der Strategieplanung des AdB und diskutierten Szenarien für die Weiterentwicklung der Kommissionsarbeit im AdB.