“Demokratie
braucht
politische Bildung”

„Netz & Werk“ – Fachaustausch und Weiterentwicklung

Teilnehmer*innen an der gemeinsamen Kommissionssitzung in St. Andreasberg
Foto: AdB
7.10. 2019

Gemeinsames Arbeitstreffen von vier AdB-Fachkommissionen auf dem Sonnenberg

„Experiment gelungen!“ – so könnte das erste Resümee nach der gemeinsamen Kommissionsitzung der AdB-Fachkommissionen „Jugendbildung“, „Erwachsenenbildung“, „Europäische und Internationale Bildungsarbeit“ und „Geschlechterreflektierte Bildung“ lauten, die vom 30. September bis zum 2. Oktober 2019 im Internationalen Haus Sonnenberg – Sonnenberg-Kreis e. V. in St. Andreasberg stattfand.

 

Auch das Sturmtief „Mortimer“ konnte – trotz verspäteter Anreise vieler Kolleg*innen – das spannende Experiment nicht verhindern: Es war das erste Mal, dass vier der fünf AdB-Fachkommissionen zur gleichen Zeit am gleichen Ort tagten und der mittlere Tag dem gegenseitigen Austausch, der kollegialen Beratung, der Information über spannende Projekte und Konzepte sowie dem Ausprobieren von Methoden gewidmet war. Als besonderer Moment kam noch hinzu, dass dieses Treffen das letzte in der aktuellen Legislatur war und so auch das Abschließen der vierjährigen Zusammenarbeit in den einzelnen Kommissionen, der Abschied von einigen Kolleg*innen, die in den kommenden vier Jahren nicht mehr mitarbeiten werden, sowie der Blick in die nächsten Jahre und die Themenplanung mit auf der Tagesordnung standen. Dafür hatten die Kommissionen am ersten und letzten Veranstaltungstag ausreichend Zeit.

 

Der mittlere Tag unter dem Motto „Netz & Werk“ sollte, so die gemeinsame Planung, der inhaltlichen und praktischen Vertiefungen, dem Vorstellen neuer Ansätze, Konzepte, Inputs, Fragen, Methoden zu den vier Themenkorridoren: „Gender und Diversity“, „Kompetenzen und Haltungen“, „grenzenlos“ und „Digitale Lebenswelten und politische Bildung“ dienen. Dafür hatten alle Mitglieder der vier Kommissionen Gelegenheit, ihre Themen und Ideen vorab einzubringen. Aus diesen Themen wurde in der AdB-Geschäftsstelle ein Plan erstellt, der es allen Teilnehmer*innen ermöglichte, zu vier verschiedenen Zeiten aus vier Angeboten einen Workshop auszusuchen, der von einem oder mehreren Kolleg*innen aus den Kommissionen vorbereitet wurde.

 

Folgende Themen standen zur Auswahl:

 

Korridor A „Gender und Diversity“

  • Gerne anders! Anspruch und Wirklichkeit in Bezug auf Diversität und Inklusion von jugendlichen Teilnehmer*innen im Anne Frank Zentrum
  • Diskriminierungs- und gendersensible Sprache
  • Immersive, storybasierte Bildungsformate
  • Gender(ge)recht – wie geht das? Reflexionsraum für eine gender- und diversitätsgerechte Praxis

 

Korridor B „grenzenlos“

  • Neuvermessung der politischen Bildung. Modernisierung und Ausbau von Trägerstrukturen der politischen Erwachsenenbildung
  • Das Europäische Solidaritätskorps: auch für Träger der politische Bildung!
  • Qualitätskriterien in der Politischen Bildung am Beispiel des Council of Europe Quality Label for Youth Centres

 

Korridor C „Kompetenzen und Haltungen“

  • Familienfreundlichkeit in Bildungsstätten zwischen Anspruch und Wirklichkeit
  • Bildungsfreistellung als Motor für die politische Bildung
  • Kompetenzen in der Politischen Bildung: Haltung(en) – Methoden und Ansätze – Lernprozesse – Lernende
  • COE Reference Model on Competences for Democratic Culture

 

Korridor D „Digitale Lebenswelten und politische Bildung“

  • Alternate Reality Games – urbane, crossmediale Abenteuerspiele, die die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischen
  • Digitalisierung/digitale Transformation – was bedeutet das für politische (Erwachsenen)bildung
  • Mit dem ETS Competence Model for Trainer/youth workers arbeiten

 

Hinzu kamen zwei freie Slots, die für aktuelle Themen und spontane Ideen genutzt werden konnten, so z. B. für einen kollegialen Austausch über Anfragen an und Angriffe auf AdB-Mitgliedseinrichtungen.

 

In allen Workshops wurde festgehalten, welche Anregungen für die weitere Kommissionsarbeit, aber auch für die Zusammenarbeit im Verband gegeben werden können. Bei letzterem ging es oft um die Veränderung und Stärkung von (Vernetzung-)Strukturen, um das Aufgreifen verschiedener, als wichtig erachteter Themen (wie z. B. die „Digitale Transformation“, „Autoritäre Versuchungen“, Extrtemismus) sowie um die Verbesserung des fachlichen Austauschs. Diese Anregungen werden in die Gremien des AdB weitergegeben und dienen so ebenfalls als Bausteine in dem aktuell laufenden Verbandsentwicklungsprozess. Der gemeinsame Austausch wird als sehr wertvoll erachtet und es wird angestrebt, in gewissen Abständen solche gemeinsamen Treffen zu wiederholen.

 

Der besondere Tagungsort – mitten im Nationalpark Harz und UNESCO-Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft gelegen – konnte durch eine kleine Naturführung durch den stellvertretenden Vorsitzender des Internationalen Haus Sonnenberg – Sonnenberg-Kreis e. V., Dr. Friedhart Knolle, gewürdigt werden, der als Pressesprecher des Nationalparks Harz e. V. sein umfassendes Wissen mit den Teilnehmer*innen großzügig teilte.