| Die Anerkennung der Würde und der gleichen und unveräußerlichen
Rechte aller Menschen bildet die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit
und Frieden in der Welt. Der Realisierung dieses Ideals ist jede Form
politischer Bildung in der Demokratie verpflichtet.
In einer demokratisch verfassten Gesellschaft wird den Menschen am
ehesten das Recht auf Leben, Freiheit, körperliche Unversehrtheit und
freie Meinungsäußerung garantiert, kann das Recht von Kindern auf
Bildung und das Verbot von Kinderarbeit durchgesetzt, die
Gleichberechtigung der Geschlechter befördert und die Diskriminierung
von Minderheiten verhindert werden. Nur wenn diese Grundrechte
sichergestellt sind, ist „die Würde des Menschen unantastbar“, können
politische Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Frieden zwischen den
Völkern verwirklicht werden. Auch eine pluralistisch verfasste, die
Überzeugungen anderer respektierende politische Bildung gedeiht am
besten in der Demokratie, wie nur politisch gebildete und zur
Partizipation bereite Bürger und Bürgerinnen die Wahrung der
Menschenrechte und die Weiterentwicklung der demokratischen
Gesellschafts- und Staatsordnung gewährleisten können.
Politische Bildung ist Bildung für Demokratie und Menschenrechte.
Sie beruft sich auf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, auf
die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen oder die Europäische
Menschenrechtskonvention. Sie tritt für diese unveräußerlichen Rechte
ein, fördert das Wissen um die Rechte aller Menschen, thematisiert
Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land und weltweit, sensibilisiert
Bürgerinnen und Bürger, die Verletzungen der Menschenrechte im eigenen
Umfeld, aber auch darüber hinaus, zu erkennen und dagegen aktiv zu
werden.
In der aktuellen Diskussion betrachtet es der AdB als Verletzung der Menschenwürde,
- wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden (z.B. durch sexuelle Gewalt oder Zwangsheirat),
- wenn das Recht auf Bildung und die Chancen für eine bestmögliche
Förderung und Ausbildung, wie die PISA-Studie immer wieder zeigt, immer
mehr von der sozialen Herkunft junger Menschen abhängt,
- wenn Gefangene verschleppt und beispielsweise über deutsche
Flughäfen in Drittstaaten gebracht und in Geheimgefängnissen
festgehalten und gefoltert werden.
„Denn was nützt es, Menschenrechte zu haben aber nicht zu kennen?
Und was nützt es, sie zu kennen, sie aber nicht zu verstehen? Wem wäre
geholfen, wenn man Menschenrechte nur verstünde, aber nicht bereit
wäre, sie zu achten und sich für sie einzusetzen?“ (Karl-Peter
Fritzsche)
Hier liegen die genuinen Aufgaben der politischen Jugend- und
Erwachsenenbildung. Denn nur wer Menschenrechte kennt und versteht,
kann sie auch achten, einfordern und verteidigen.
Das Jahresthema 2006 des AdB „Politische Bildung ist
Menschenrechtsbildung“ will das Bewusstsein dafür schärfen, dass
politische Bildung und Menschenrechtsbildung zwei Seiten einer Medaille
sind. Der AdB und seine Mitgliedseinrichtungen wollen mit diesem
Jahresthema den Respekt vor den universellen Menschenrechten und
Grundfreiheiten, wie sie beispielhaft im Grundgesetz verbrieft sind,
stärken und ihre Verwirklichung fördern.
Download der Stellungnahme - pdf-Datei, 59 KB
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