Demokratie
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Stellungnahme
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30. November 2005 (Wesseling)
Politische Bildung ist Menschenrechtsbildung
Erklärung der AdB-Mitgliederversammlung
Die Anerkennung der Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Menschen bildet die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt. Der Realisierung dieses Ideals ist jede Form politischer Bildung in der Demokratie verpflichtet.

In einer demokratisch verfassten Gesellschaft wird den Menschen am ehesten das Recht auf Leben, Freiheit, körperliche Unversehrtheit und freie Meinungsäußerung garantiert, kann das Recht von Kindern auf Bildung und das Verbot von Kinderarbeit durchgesetzt, die Gleichberechtigung der Geschlechter befördert und die Diskriminierung von Minderheiten verhindert werden. Nur wenn diese Grundrechte sichergestellt sind, ist „die Würde des Menschen unantastbar“, können politische Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Frieden zwischen den Völkern verwirklicht werden. Auch eine pluralistisch verfasste, die Überzeugungen anderer respektierende politische Bildung gedeiht am besten in der Demokratie, wie nur politisch gebildete und zur Partizipation bereite Bürger und Bürgerinnen die Wahrung der Menschenrechte und die Weiterentwicklung der demokratischen Gesellschafts- und Staatsordnung gewährleisten können.

Politische Bildung ist Bildung für Demokratie und Menschenrechte. Sie beruft sich auf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, auf die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen oder die Europäische Menschenrechtskonvention. Sie tritt für diese unveräußerlichen Rechte ein, fördert das Wissen um die Rechte aller Menschen, thematisiert Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land und weltweit, sensibilisiert Bürgerinnen und Bürger, die Verletzungen der Menschenrechte im eigenen Umfeld, aber auch darüber hinaus, zu erkennen und dagegen aktiv zu werden.

In der aktuellen Diskussion betrachtet es der AdB als Verletzung der Menschenwürde,

  • wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden (z.B. durch sexuelle Gewalt oder Zwangsheirat),
  • wenn das Recht auf Bildung und die Chancen für eine bestmögliche Förderung und Ausbildung, wie die PISA-Studie immer wieder zeigt, immer mehr von der sozialen Herkunft junger Menschen abhängt,
  • wenn Gefangene verschleppt und beispielsweise über deutsche Flughäfen in  Drittstaaten gebracht und in Geheimgefängnissen festgehalten und gefoltert werden.

„Denn was nützt es, Menschenrechte zu haben aber nicht zu kennen? Und was nützt es, sie zu kennen, sie aber nicht zu verstehen? Wem wäre geholfen, wenn man Menschenrechte nur verstünde, aber nicht bereit wäre, sie zu achten und sich für sie einzusetzen?“ (Karl-Peter Fritzsche)

Hier liegen die genuinen Aufgaben der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Denn nur wer Menschenrechte kennt und versteht, kann sie auch achten, einfordern und verteidigen.

Das Jahresthema 2006 des AdB „Politische Bildung ist Menschenrechtsbildung“ will das Bewusstsein dafür schärfen, dass politische Bildung und Menschenrechtsbildung zwei Seiten einer Medaille sind. Der AdB und seine Mitgliedseinrichtungen wollen mit diesem Jahresthema den Respekt vor den universellen Menschenrechten und Grundfreiheiten, wie sie beispielhaft im Grundgesetz verbrieft sind, stärken und ihre Verwirklichung fördern.

Download der Stellungnahme - pdf-Datei, 59 KB




Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit