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Zugeschaut oder mitgebaut? Die AdB-Haustechnikertagung 2011
Die diesjährige Fachtagung für Haustechniker/-innen aus Bildungsstätten des AdB stand ganz im Zeichen von Bau- und Sanierungsaktivitäten in den Häusern. Rund 15 Fachkräfte tauschten vom 13. bis 16. September 2011 ihre Erfahrungen zu diesem Themenfeld aus. Dabei bot der Tagungsort, das Haus auf der Alb in Bad Urach, eine Vielzahl von Anschauungsmöglichkeiten, denn die Bildungsstätte der Landeszentrale für politische Bildung in Baden Württemberg hat von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung profitiert und führt derzeit energetische Sanierungsmaßnahmen durch.

Der für die Sanierung verantwortliche Architekt bereicherte die Tagung mit seinem Expertenwissen. Er informierte die teilnehmenden Haustechniker über zentrale Eckpunkte bei der Planung und Umsetzung von Bauprojekten und gab wichtige Hinweise zur Altbausanierung. Neben den Bautätigkeiten in Bad Urach stellte er auch andere Bauprojekte vor. Eine Baumaßnahme könne nur dann erfolgreich verlaufen, wenn gründlich geplant und der Bau gut koordiniert werde. Die kontinuierliche Information und Kommunikation mit allen Beteiligten – insbesondere mit den Haustechnikern als ständige Ansprechpartner im Haus – stellte er als entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung einer Baumaßnahme heraus. Besondere Herausforderung bei den Sanierungsmaßnahmen im Haus auf der Alb stellten die Vorgaben des Denkmalschutzes dar, denn der Charakter des im Bauhausstil errichteten Gebäudes musste erhalten bleiben. Die Haustechniker bilanzierten ihre bisherigen Erfahrungen bei vergleichbaren Sanierungs- und Neubauvorhaben ähnlich.

Ein gesonderter Programmpunkt knüpfte an die aktuelle gesellschaftliche Energiedebatte an: Das Thema Energieproduktion war für die Teilnehmenden von besonderem Interesse, da einige Bildungsstätten bereits selbst zu Energieproduzenten geworden sind. Die Besichtigung des nahe gelegenen Pumpspeicherkraftwerkes Glems lieferte hierfür einen praktischen Einblick. Ursprünglich war das Kraftwerk lediglich zur Abdeckung von Stromverbrauchsspitzen während des Tages gebaut worden. Mittlerweile hat die Technologie dieses Kraftwerkes jedoch als Speicher für regenerative Energien eine neue Bedeutung bekommen. Die Exkursion wurde mit dem Besuch eines Windparks sowie eines 5,4 Hektar großen Solarparks fortgesetzt. Beide Anlagen werden von Bürgerinnen und Bürgern betrieben, die sich zu diesem Zweck zu einem Verein zusammengeschlossen und jeweils separate Betriebsgesellschaften gegründet haben.

Den Wegfall des Zivildienstes und dessen Kompensation durch andere Beschäftigungsverhältnisse diskutierten die Haustechniker aus dem Blickwinkel ihrer jeweiligen Einrichtung. Eine Umfrage unter den Teilnehmern der Tagung ergab, dass die Haustechniker durch den Wegfall des Zivildienstes teilweise eine erhebliche Zunahme ihrer Arbeitsbelastung verkraften müssen. Der neue Bundesfreiwilligendienst spielt in diesen Umstrukturierungsprozessen noch keine Rolle. Nur zwei Bundes-Freiwillige seien bisher in einer Einrichtung tätig. In der überwiegenden Zahl der Fälle werden die wichtigsten regelmäßig wiederkehrenden Tätigkeiten in den Einrichtungen nun von 400 EUR-Kräften sowie Jugendlichen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) ausgeübt.

Walter Haas, Haustechniker im Dienste des Hauses auf der Alb, lud die Tagungsteilnehmer zum Ende der Tagung zu einem Abschiedsessen ein, da er nach 20 Jahren Tätigkeit in der Bildungsstätte in den Ruhestand geht. Die Kollegen wünschten ihm bei dieser Gelegenheit alles Gute für die Zukunft und unterbreiteten den Vorschlag, als Bundes-Freiwilliger in einer Bildungsstätte seiner Wahl weiter zu arbeiten.




Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit