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Programm Politische Jugendbildung startet mit Arbeitstagung in Werftpfuhl
Die neue Phase des Programms „Politische Jugendbildung im AdB“ ist mit einer ersten Zentralen Arbeitstagung der Jugendbildungsreferentinnen und -referenten (JBR) in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werfpfuhl offiziell gestartet. Im Mittelpunkt der Tagung vom 21. bis 25. März 2011 stand das gegenseitige Kennenlernen, denn rund ein Drittel der beteiligten Jugendbildner/-innen sind neu im Programm. Zudem wurden die vier neuen Projektgruppen konstituiert, die zukünftig den fachlichen Rahmen für die pädagogisch-konzeptionelle Arbeit der Jugendbildungsreferent/-innen bilden.

Peter Ogrzall, Vorsitzender des AdB, begrüßte die Jugendbildungsreferent/-innen zu Beginn der Tagung und wünschte ihnen für ihre Arbeit in der politischen Bildung viel Erfolg. Den inhaltlichen Einstieg lieferten die Teilnehmenden selbst in Form von „Textinspirationen“ – einer Art Mini-Kongress, bei dem die Teilnehmenden selbstgewählte, für sie inspirierende Texte in 20-minütigen Vorträgen vorstellten. Dabei fanden jeweils drei Vorträge parallel statt, sodass die Zuhörer/-innen zwischen den Themen wählen mussten.

Im Verlauf der Tagung stellte Dr. Ivo Züchner vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) die Ergebnisse der aktuellen Studie zur Entwicklung von Ganztagschulen (StEG-Studie) vor, die im Anschluss diskutiert wurden. Die Kooperation mit Ganztagsschulen stellt für die politische Jugendbildung eine bedeutsame Herausforderung dar. Die StEG-Studie belegt u.a., dass Schülerinnen und Schüler von Ganztagsschulen im Vergleich zu ihren Altersgenossinnen/-genossen in Halbtagsschulen auf bessere Noten in den Kernfächern verweisen können sowie ein positiv verändertes Sozialverhalten an den Tag legen. Die Untersuchung der Partizipationschancen von Schülerinnen und Schülern in Ganztagschulen ergab, dass den Befragten die Schule und das Angebot umso mehr zusagte, je höher der Grad ihrer Beteiligung ausfiel. Kooperationsbeziehungen zwischen Ganztagschulen und freien Trägern, wie beispielsweise Bildungsstätten, wirkten sich positiv aus, da sich die Schule mehr ihrem sozialen Umfeld öffnet und stärker im Stadtteil bzw. der Gemeinde vernetzt ist.

Zu einer abendlichen Gesprächsrunde stand Julia Hiller, Referentin aus dem BMFSFJ, zur Verfügung. Auch sie betonte die zentrale Rolle der Kooperation außerschulischer Träger mit Ganztagsschulen. Julia Hiller skizzierte außerdem die Überlegungen des BMFSFJ für eine „eigenständige Jugendpolitik“, die sich an den Entwicklungsphasen junger Menschen orientieren und Hilfestellung geben soll.

Aufgelockert wurde das Tagungsprogramm mit Übungen im hauseigenen Niedrigseilgarten der Bildungsstätte. Das praktische Erfahren gab den Anstoß für eine Diskussion über den Einsatz von erlebnispädagogischen Elementen in Seminaren der politischen Bildung. Die Jugendbildungsreferenten/-innen waren sich jedoch einig, dass Erlebnispädagogik nie Selbstzweck oder Inhalt politischer Bildung sein kann, sondern eher als flankierende Methode eingesetzt werden könne.

Die Präsentation eigener Projekte und Seminare aus den Bildungsstätten spiegelte das breite Spektrum unterschiedlicher konzeptioneller Ansätze und Ausrichtungen der am Programm beteiligten Einrichtungen wider.

Die aktuelle Programmphase läuft von 2011 bis 2016. Für das neue Programm wurden vier Themenschwerpunkte festgelegt, die von den Jugendbildungsreferentinnen und -referenten in Projektgruppen bearbeitet werden:

    Globalisierung und Medienkommunikation
    Partizipation und Demokratie in und mit der Schule
    Aufwachsen in der Einwanderungsgesellschaft
    Arbeitsweltbezogene politische Bildung

Die Projektgruppen arbeiten während der Laufzeit von sechs Jahren kontinuierlich zusammen und entwickeln ihre Themen weiter. Sie nutzten die fünftägige Arbeitstagung, um ihre konzeptionellen Schwerpunkte vorzustellen und thematische Schnittmengen für die Arbeit auszuloten. Dabei wurden die Themen für die Arbeit der nächsten Monate ausgewählt.

Im Programm „Politische Jugendbildung im AdB“ werden 18 Jugendbildungsreferenten/-referentinnenstellen sowie Bildungsmaßnahmen in sechs weiteren Einrichtungen aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) gefördert. Der AdB als Zentralstelle stellt in diesem Programm die bundeszentrale Vernetzung und Fortbildung der beteiligten Einrichtungen sicher und gestaltet durch themenbezogene Projektarbeitsgruppen zu vier Themenschwerpunkten den überregionalen Erfahrungsaustausch und die Evaluation.

Ansprechpartner für das Programm "Politische Jugendbildung im AdB":
Boris Brokmeier, Tel. 030-400401-15, E-Mail




Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit