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Social Media und Bildungsstätten-Marketing – wie passt das zusammen?
Die Nutzung von Web 2.0-Anwendungen für das Online-Marketing von Bildungseinrichtungen war Thema der Fachtagung "Dos and Don'ts im Online-Marketing" am 10. März 2011. Etwa 25 Teilnehmende aus verschiedenen Bildungseinrichtungen sind der Einladung der AdB-Kommission Verwaltung und Finanzen in die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar gefolgt.

Referent Peter Kuhn (Bildungsbetrieb.de, The Blue 1 Communication Company GmbH) gab zunächst mit einem Vortrag über die Zukunftstechnologie Web 2.0 eine Einführung in das Thema. Er erläuterte den Teilnehmenden, dass Web 2.0 nicht nur aus Facebook besteht, sondern Blogs, Twitter, Youtube oder Bilddatenbanken ebenso dieser Kategorie angehören. Facebook spielt in Deutschland und Europa eine zentrale Rolle bei der Nutzung von Web 2.0-Anwendungen und hat die größten Nutzerzuwächse. Somit zieht dieser Anbieter durch seine Omnipräsenz zunehmend Nutzer von vergleichbaren sozialen Netzwerken ab.

Der Referent machte den Tagungsgästen deutlich, dass sich Bildungseinrichtungen der Nutzung des Social Web kaum entziehen können. Selbst wenn die Einrichtungen nicht selbst aktiv werden, so sind es die Seminarteilnehmenden, die mit Kommentaren, Empfehlungen oder Filmen auf Youtube im Internet auf eine Bildungsstätte verweisen – positiv wie negativ. Um nicht den Ruf der Bildungsstätte aufs Spiel zu setzen, sollten die Einrichtungen darauf reagieren. Das setzt jedoch eine aktive Beobachtung von Netzwerken wie Facebook voraus, um im richtigen Moment gegensteuern zu können. Peter Kuhn betonte, dass herkömmliche Werbung in derartigen Netzwerken unerwünscht sei.

Solche Aufgaben binden Ressourcen und erfordern besondere Kompetenzen. Deshalb ging es bei der Tagung auch darum, welche Voraussetzungen in Bildungseinrichtungen geschaffen werden müssen, um Web 2.0-Angebote im Online-Marketing erfolgreich einsetzen zu können. Leitungskräfte von Bildungsstätten müssen sich überlegen, ob es Mitarbeiter/-innen einer besonderen Affinität zu solchen Internetangeboten gibt. Gleichzeitig sollten Leiter/-innen von Bildungseinrichtungen jedoch spezielle Richtlinien für den Umgang mit diesen Angeboten entwickeln, da die Grenzen zwischen privater und dienstlicher Nutzung leicht verwischen können.

Nicht zuletzt diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fachtagung auch die Möglichkeiten der Nutzung von Social Media in der Praxis ihrer eigenen Bildungseinrichtung. Hierbei wurde schnell klar: Aktuell gibt es keine allgemeingültigen Empfehlungen für den Umgang damit. Zu jung und zu dynamisch entwickeln sich diese Angebote noch. Für die Mitarbeitenden, die sich dieser Herausforderung stellen, und ihre Einrichtungen bedeutet es aber auch eine Chance, hier Pionierarbeit zu leisten und neue Möglichkeiten der Nutzung zu entwickeln.

Die Fachtagung hat die teilnehmenden Fachkräfte zum Nachdenken angeregt. Es besteht das Interesse, die während der Veranstaltung besprochenen Fakten und Prognosen nach gewisser Zeit zu überprüfen, um insbesondere herauszufinden, wie sich das Nutzungsverhalten in Sachen Web 2.0 in Bildungseinrichtungen weiterentwickelt.

Zur Vor- und Nachbereitung der Fachtagung wurde ein Weblog eingerichtet, auf dem auch eine Liste von Begleitmaterialien zu finden ist.




Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit