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Was hat die DDR mit Online-Lernen zu tun? - Abschlusstagung des Projekts Blended Learning DDR
Was die DDR mit Online-Lernen zu tun hat, konnte während der Abschlusstagung des Projekts "Blended Learning DDR" vom 22. bis 24. Oktober 2010 im wannseeFORUM Berlin nicht geklärt werden, dafür aber die Bedeutung der Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte in der politischen Jugendbildung und die Rolle von Online-Lernen als Bestandteil des Blended-Learning-Konzepts.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben die Jugendbildungsreferenten und –referentinnen aus sechs Einrichtungen gezeigt, wie Lernen mit Unterstützung neuer Medien die Seminararbeit erweitern und neue Impulse in der Bildungsarbeit setzen kann. Die Projektleitung lag beim AdB, der auch die Abschlusstagung zusammen mit dem Berliner wannseeFORUM vorbereitete.

Die projektbeteiligten Einrichtungen präsentierten zu Beginn der Tagung Ergebnisse ihrer Projektarbeit aus den Seminaren. Vieles wurde auf öffentlichen Seiten im Internet dokumentiert und ist damit jederzeit zugänglich. Einzelne Filmbeiträge, Zeitzeugeninterviews via Skype und Weblogs wurden vorgestellt und erläutert.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte. Zunächst stellte Projektleiter Boris Brokmeier ausgewählte Ergebnisse der zweijährigen Arbeitsphase vor. Es ist gelungen, die Motivation der Teilnehmenden durch die Online-Lernphasen zu erhöhen und über eine geschützte und eigens erstellte Lernplattform die Interaktion und Kommunikation zwischen den Teilnehmenden zu organisieren. Darüber hinaus wurde deutlich, dass das Online-Lernen einer tutoriellen Begleitung bedarf und dass diese als zusätzliche Qualifikation der Pädagogen und Pädagoginnen erworben werden muss.
Die Arbeitsergebnisse der drei Ost-West-Teams wurden in anschließenden Workshops vorgestellt und diskutiert. Leitbegriffe waren: Freiheit, Opposition und Repression. Jugendliche verknüpften den Begriff „Freiheit“ stark mit ökonomischer Freiheit, die sie darin sahen, dass man u.a. kaufen und Musik hören könne, was man wolle.

Martin Klähn, pädagogischer Mitarbeiter der Politischen Memoriale in Schwerin und Mitbegründer des dortigen Neuen Forums kommentierte die Inhalte und Formate der Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte und stellte zunächst die provozierende Frage, ob DDR-Geschichte überhaupt vermittelt werden sollte? Er vertrat die Auffassung, dass DDR-Geschichte für Jugendliche dann interessant wird, wenn sie in den Kontext aktueller Probleme gestellt wird und/oder an authentischen Lernorten stattfindet, die nicht nur in Form ehemaliger Stasi-Gefängnisse existieren. Weitaus schwieriger gestaltet sich die Suche solcher Lernorte in Westdeutschland. Auch Akten (wie z.B. Stasi-Akten) können eine gute Informationsquelle für Jugendliche sein, da in den Akten auch Aussagen zum Widerstand und Unterlaufen des Systems zu finden sind.

Die Möglichkeiten des Einsatzes neuer Medien und des Online-Lernens bewertet Martin Klähn positiv, da Ergebnisse differenzierter dargestellt werden können und ein zielgruppengerechter Zugang für Jugendliche ermöglicht wird.

Die Erfahrungen und Möglichkeiten der Arbeit mit webbasierten Lernplattformen stellte Regina Eichen von Kontext Bildung aus Brühl vor. Zurzeit existieren etwa 200 Lernplattfomen mit unterschiedlichen Qualitäten. Beim Einsatz solcher Plattformen sollte klar sein, dass diese nicht zur Lernkontrolle genutzt werden, sondern zur Automatisierung und Dokumentation des vermittelten Wissens und der Lernkommunikation.

Während der abschließenden Auswertung der Tagung machten die Teilnehmenden deutlich, dass die Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte weiterhin einen hohen Stellenwert in der politischen Jugendbildung haben sollte. Auch die intensivere Einbeziehung des Online-Lernens in die Bildungsarbeit wird für notwendig erachtet. Der AdB sollte interessierte Mitgliedseinrichtungen entsprechend beraten und bei der Einführung von Online-Lernprozessen unterstützen, lautete der einhellige Wunsch am Ende der Tagung.




Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. - Unabhängige Institutionen für politische Bildung und Jugendarbeit