| Aufgaben und Konzepte historisch-politischer Bildung standen im Mittelpunkt der Jahrestagung 2008 des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten (AdB). Vom 25. – 27. November 2008 diskutierten Vertreter und Vertreterinnen der dem AdB angehörenden Bildungseinrichtungen in der Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen in Bad Zwischenahn über aktuelle Gestaltungsmöglichkeiten dieses Arbeitsfeldes und über die Herausforderungen, die sich aus neuen Fragestellungen und Entwicklungen ergeben.
„Historisch-politische Bildung an außerschulischen Lernorten“ war das Thema des Referats, mit dem der Leiter der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Dr. Habbo Knoch, die vielfältigen Funktionen von Gedenkstätten beschrieb, die nicht nur Lern-, sondern auch Gedenkorte, oft auch Friedhöfe, Orte der Forschung und Museen sind. Er benannte Fragen, mit denen sich die Gedenkstätten als Orte der Vermittlung von Geschichte auseinandersetzen müssen: Das Ende der Zeitzeugenschaft gehört ebenso dazu wie die Pluralisierung der Erinnerungskultur, mit der auch eine „Erinnerungskonkurrenz“ einhergeht.
In drei Workshops wurden viele der in dem Eingangsreferat aufgeworfenen Fragen weiter im Zusammenhang mit der Präsentation von Beispielen aus der Praxis historisch-politischer Bildung erörtert. Mit historischem Lernen in europäischen Begegnungen und den Möglichkeiten, aus den Lebensgeschichten der daran Beteiligten Zusammenhänge europäischer Geschichte herzustellen, beschäftigte sich Workshop 1. Im zweiten Workshop wurden innovative Methoden für die historisch-politische Bildung vorgestellt, die besonders junge Menschen für historische Themen interessieren sollen. Sie nutzen Zugänge über die neuen Medien, um beispielsweise im Rahmen von Stadtspaziergängen oder in anderen öffentli-chen Räumen zur Auseinandersetzung mit historischen Vorgängen an diesen Or-ten anzuregen. In Workshop 3 standen die friedliche Revolution und die Wieder-vereinigung als Thema politischer Bildung im Mittelpunkt, exemplarisch bearbei-tet an einem AdB-Projekt zur politischen Jugendbildung, das unter dem Titel „Das Leben der Anderen“ Jugendliche aus Ost- und Westdeutschland zur Erarbeitung eines gemeinsamen Produkts zusammenführt.
Dr. Erik Meyer, Universität Gießen, stellte in seinem das Programm abschließenden Vortrag „Erinnerungskultur, Medienwandel und Aufmerksamkeitsökonomie“ Ergebnisse von Projekten aus dem Sonderforschungsbereich Erinnerungskulturen vor. Hier ging es vor allem um die neuen Optionen, die sich durch die digitalen Medien eröffnen. Dr. Erik Meyer konkretisierte seine Aussagen an Beispielen medialer Geschichtsvermittlung über das Internet und Computerspiele, die auf Aufmerksamkeit und Unterhaltung gleichermaßen zielen, bezog in seine Präsentation aber auch spezielle Websites zu historischen Themen und die Internetangebote von Museen und Gedenkstätten ein.
Die sich der Jahrestagung anschließende Mitgliederversammlung des AdB beschloss vor dem Hintergrund der Überlegungen zur Entscheidung für das Jahresthema 2009 und der Diskussionen, die auf der Jahrestagung geführt wurden, eine Stellungnahme, mit der sie ihre Position zu den grundsätzlichen und aktuellen Aufgaben historisch-politischer Bildung zum Ausdruck bringt.
Auf der Mitgliederversammlung ging es zudem um die Arbeitsschwerpunkte des AdB im laufenden und im nächsten Jahr, bildungs- und förderungspolitische Entwicklungen auf Bundes- und Länderebene und damit zusammenhängende Probleme, AdB-Projekte und Arbeitsergebnisse.
Die Mitgliederversammlung beschloss die Aufnahme folgender neuer Mitglieder:
- Dr. Lutz Brangsch für die Rosa-Luxemburg-Stiftung - Dr. Thomas Ritschel für die Weimar-Jena-Akademie Verein für Bildung und - Gerhard Thiel für das Seminar- und Tagungshaus „Die Freudenburg“ in Bassum/Diepholz (assoziiertes Mitglied).
Eine Neuwahl der Kassenprüfer/-innen war erforderlich, weil Hans-Ulrich Nieder und Jürgen Wittmer nicht wieder für dieses Amt kandidierten. Zu neuen Kassenprüfer/-in wurden gewählt: Birgit Ackermeier, Gesamteuropäisches Studienwerk Vlotho, und Martin Westphal, Bildungshaus Zeppelin. Ihre Stellvertreter/-in wurden Frank Bobran, Tagungshaus Bredbeck, und Ina Nottebohm, Heimvolkshochschule Haus Neuland, Bielefeld.
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