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Pressemitteilung
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30. November 2007 (14/2007)
Integration kann nur im wechselseitigen Lernprozess gelingen
Voraussetzungen politischer Bildung in der Einwanderungsgesellschaft
Berlin - Integration ist nicht nur eine Herausforderung, der sich die nach Deutschland eingewanderten oder aus Einwandererfamilien stammenden Menschen stellen müssen. Ebenso gefordert ist auch die aufnehmende Gesellschaft, die lernen muss, mit Fremden zu leben und kulturelle Vielfalt als Chance für die gemeinsame Entwicklung zu nutzen.
Diese Prämisse bestimmte die Diskussionen auf der Jahrestagung des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten (AdB), die vom 27. – 28.11.2007 im Internationalen Institut für Politik und Wirtschaft – Haus Rissen Hamburg - stattfand. Experten und Expertinnen der politischen Bildung erörterten verschiedene Aspekte der Integration mit Vertreter/-innen der Integrationspolitik und Antidiskriminierungsarbeit.

Hayrettin Aydin, Muslimische Akademie in Deutschland, Berlin, fragte nach den Anknüpfungspunkten, die der Nationale Integrationsplan für die politische Bildung bietet. Er enthält, so Aydin, zahlreiche Themen, die sich unmittelbar mit der politischen Bildung verknüpfen. Dazu gehören vor allem das Bürgerschaftliche Engagement, der interreligiöse Dialog und die Qualifizierung von Multiplikator/-innen. Über diese Themen hinaus sollten aber auch Fragen nach dem Verständnis von Interkulturalität thematisiert werden, politische Bildung sollte sich auseinandersetzen mit dem Islam und dessen Darstellung in den Medien und darüber nachdenken, wie Zugänge zur deutschen Geschichte aus der Perspektive der Migrant/-innen eröffnet werden könnten.

In drei sich anschließenden Arbeitsgruppen wurden die Überlegungen zum Integrationsbeitrag der außerschulischen politischen Bildung vertieft.
Die Diskussionsergebnisse verwiesen auf die Bedeutung der Bildung von Netzwerken mit den Organisationen der Migrant/-innen und die Notwendigkeit, Mitarbeiter/-innen mit Migrationserfahrung in die eigenen Kollegien einzubeziehen. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Demokratieverständnis verschiedener Gruppierungen sei ebenso wichtig wie mit den unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der hier lebenden Migrant/-innen und ihren politischen und kulturellen Teilhabemöglichkeiten vor Ort.

Bei einer die Jahrestagung abschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Frage „Integration durch politische Bildung – Demokratiekompetenz als Lernziel – wie kann das gelingen?“ Honey Deihimi, Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen, Aydan Özoguz, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, und Dr. Klaus-Peter Hufer, Fachbereichsleiter für politische Bildung an der KVHS Viersen, näherten sich dieser Frage vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen und Erkenntnisse. Betont wurde, dass Integration ein vielschichtiger Prozess ist, der als Querschnittsaufgabe verschiedener Politikbereiche gesehen werden muss. Die Beteiligung an demokratischen Entwicklungen setzt nicht nur die Kenntnis der deutschen Sprache voraus, sondern auch Mitbestimmungsrechte. Um politikferne Menschen erreichen zu können, müssen sie von den Vertreter/-innen der zivilgesellschaftlichen Organisationen angesprochen und gleichberechtigt an der Arbeit beteiligt werden. Insbesondere im Bereich der Bildung empfehle es sich, die Eltern früh einzubeziehen und sie bei der Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgaben zu unterstützen.
Integration ist kein konfliktfreier Prozess. Der Umgang mit Differenzen muss von allen Beteiligten gelernt werden. Politische Bildung kann genau dafür die geeigneten Räume und Gelegenheiten schaffen.
Pressekontakt:
Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Ingeborg Pistohl
Fon: 030/400 401 -11, E-Mail: pistohl@adb.de



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